Russischer Humor

In Groß-Britannien wurde gestern im Fernshen und wird heute in der Presse ausführlich über den Fernsehauftritt der beiden vermutlichen Attentäter auf Herrn Skripal und seine Tochter mit dem Gift Novichok geschrieben. Nachdem Putin vor ein paar Tagen bei einer Podiumsdiskussion erläutert hatte, man habe die beiden Männer gefunden, die in etlichen CCTV-Aufzeichungen in Salisbury identifiziert werden konnten und in deren Hotelzimmer Spuren des Gifts festgestellt wurden: Es seien ganz harmlose Privatleute. Sie wurden nun in Russia Today (RT) interviewt.

Die beiden definieren sich dort als schlichte, an der Kathedrale der Stadt interessierte Touristen. Sie schwitzten zwar ein wenig, aber sie wurden von der Interviewerin nett behandelt, die ihre Geschichte nicht in Frage stellte…

Alles ziemlich komisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand diese Story glauben könnte. Das war wohl auch nicht das Ziel dieser Intervention. Letztlich geht es m.E. nur darum, jedermann deutlich zu machen, dass Putin und seine Leute Illoyalität und Verrat gnadenlos mit dem Tod bestrafen. Dass sie dazu Männer schicken, die nur an Kirchtürmen interessiert sind, ist zugegebenermaßen originell.

Ich persönlich muss gestehen, dass mit diese Art des russischen Humors einen gewissen Respekt abverlangt.