Tillerson

Dass Donald Trump Herrn Tillerson als Außenminister schassen würde, war zu erwarten. Wie er es gemacht hat (per Twitter), war passend zu ihm (=stillos).

War es intelligent, Herrn Tillerson zu entlassen?

Schwierige Antwort. Denn intelligent ist es für Führungskräfte ja sehr wohl, Leute zu entlassen, die nicht loyal sind. Und das war Tillerson wahrscheinlich nicht, denn er hielt Trump (ein Zeichen der Intelligenz von Tillerson) für einen Idioten.

Aber, und das spricht gegen die Intelligenz der Entscheidung, es ist unintelligent, um nicht zu sagen: idiotisch, sich nur mit Leuten zu umgeben, die dasselbe denken wie man selbst. Und das scheint Herr Trump zu tun, wenn er nun Mike Pompeo zum neuen Außenminister ernennt.

Für Trump ist Loyalität auf jeden Fall wichtiger als alle sonstigen Qualitäten von Mitarbeitrn. Offenbar scheint er das Äußern abweichender Meinungen für ein Zeichen der Illoyalität zu halten. Deswegen wird er wohl nie zu intelligenten Entscheidungen kommen. Schlimm für die USA und den Rest der Welt.

16 Gedanken zu “Tillerson

  1. Beängstigende Anzeichen von „furor principum“, Fürsten- oder Cäsarenwahnsinn, die erneut beweisen, dass Donald Trump zur politischen Herrschaft ungeeignet ist.

    Die SPD-Führung hat es mit Sigmar Gabriel aus vergleichbaren Gründen ähnlich gemacht.

  2. „Der Anbieter eines sozialen Netzwerks ist von den Pflichten nach den §§ 2 und 3 befreit, wenn das soziale Netzwerk im Inland weniger als zwei Millionen registrierte Nutzer hat.“
    NetzDG, § 1 (2)

    Hasskommentare dürfte/sollte/müsste er dennoch löschen.

  3. Wie die Geschichte endet, wenn man sich mit Jasagern umgibt, hat Hans Christian Andersen vor 180 Jahren in „Des Kaisers neue Kleider“ beschrieben: blamabel.

  4. Die Zahl der gemeldeten Messerverbrechen in D. stieg im Zuge der Masseneinwanderung massiv an.
    2007 waren „nur“ 300 Fälle registriert,
    Zwischen Jan. u. Okt. 2017 waren es schon mehr als 3500’…..

  5. @0 „Offenbar scheint er das Äußern abweichender Meinungen für ein Zeichen der Illoyalität zu halten. Deswegen wird er wohl nie zu intelligenten Entscheidungen kommen.“

    Ich bin mir nicht sicher, ob Trump sich je von seiner maßgeschneiderten Rolle als Moderator in „The Apprentice (der AzuBi)“ gelöst hat, oder sie nur, als Präsident unwesentlich anders weiterführt.

    Amerika hat einen Präsident, der Straßenköter-Politik macht nachdem er sich als Unternehmer mit Raubtier-Deals einen Namen machte. Er beobachtet, interpretiert und handelt hauptsächlich nach seinem Gespür und „Geruchssinn“ für gute Deals und den Schwächen Anderer. Zu etwas anderem reicht seine kurze Aufmerksamkeitsspanne nicht.

    Auch nicht für komplexere Themen oder Weitblick. Lesen langweilt ihn, zuhören nervt ihn und verbalen Widerspruch wertet er als persönlichen Angriff.

    Seine Intelligenz ist prä- und transrationale Intuition. Darin kann er punkten. Wissensproduzenten, bemüht um rationale Aufklärung für Zusammenhänge, schinden bei Trump keinen Eindruck, noch vermögen Sie dessen „Straßenköter-Intelligenz“ im Mediendschungel zu verstehen, geschweige denn diesen zu bändigen.

    Trump’s mediale Öffentlichkeitsgeilheit und Anerkennungssucht, gepaart mit seinen inkontinenten Wutausbrüchen, die als „legendär“ bezeichnet werden können, scheinen ihm paradoxerweise zum Fluch und Segen zugleich zu gereichen. Da sich Bei Trump alles um – genau: Trump’s Bedürfnisse und persönliche Ticks handelt, die er schmerz- und schamfrei öffentlich zum Besten gibt, haben seine beiden Hauptverantwortlichen für seine Interessen, Hope Hicks (die ihr Amt am 28.02. niederlegte) und Kellyanne Conway (die mit maßloser Loyalität „gesegnet“ ist) alle Hände voll zu tun, das drängendste Problem des Präsidenten zu stemmen: Trump’s Image bei den Medien.

    Jede Kritik am Präsidenten kommt in die Schublade: „unfaire Behandlung“. Trump’s Liebe gilt ausschließlich sich selbst, dem Geld, bzw. gutaussehenden Frauen, die seinen sexistischen Entgleisungen mit Nachsicht, Blindheit, Amüsement oder einem dicken Fell begegnen.

    Der gehypte Personenkult um Trump durch rechtsgerichtete Medien, stillt seine unersättliche Gier nach allumfassender Liebe nicht, solange es noch kritische Medienberichte – und damit für ihn, persönliche Feinde gibt, die es zu besiegen gilt.

    Das darüber öffentlichst, für alle einsehbar seit Jahr und Tag berichtet wird und Trump dies durch seine Tweets fortwährend fördert, gehört wohl zur Marke Trump’s und ist sein Markenzeichen.

    Trump erträgt die räumliche Nähe von Männern nur schwer, misstraut ihnen generell und reagiert mit zutiefst irrationalen Wutausbrüchen auch bei sachlichster Kritik, während er Frauen generell für loyaler und vertrauenswürdiger hält und sich von ihnen eher verstanden fühlt. Halten ihm diese im Trumpuniversum (besonders wenn sie bereit sind, seiner hemdsärmeligen Frauenverachtung und den ständigen sexuellen Anspielungen – die irgendwie, in schrillem Missklang, mit väterlicher Zuwendung einhergingen – mit Nachsicht, Blindheit, Amüsement oder einem dicken Fell zu begegnen) weiter die Stange, überlebt er (als Präsident) mit seiner Straßenköter-Intelligenz, andernfalls… 😉

  6. Beeindruckende Bilanzaufstellung der Geschassten und Überforderten der „Trumpomaniabewegung aus Donaldanien“:

    14 Monaten – 15 Köpfe (4 Frauen, 11 Männer)

    2018
    13. März: Aussenminister Rex Tillerson (via Twitter)

    06. März: Wirtschaftsberater Gary Cohn (freiwiller Rücktritt, kritisierte Trumps Ankündigung Strafzölle einzuführen)

    28. Februar: Kommunikationschefin Hope Hicks (freiwilliger Rücktritt, ohne Gründe zu nennen)

    12. Januar: Vize-Sicherheitsberaterin Dina Powell (freiwilliger Rücktritt mit familiärer Begründung)

    2017
    02. November: Fed-Vorsitzende Janet Yellen (schmiß das Handtuch nach Kritik von Trump)

    29. September: Gesundheitsminister Tom Price (gekündigt von Trump, verflog zu viel Flugbenzin auf Staatskosten)

    18. August: Chefstratege Steve Bannon (der Stinkstiefel schmiß selbst hin)

    31. Juli: Kommunikationschef Anthony Scaramucci (nach nur 10 Tagen entlassen, Hope Hicks übernahm seinen Posten)

    28. Juli: Stabschef Reince Priebus (zog die Reißleine)

    21. Juli: Pressesprecher Sean Spicer (hatte keinen Bock mehr)

    18. Mai: Erster Kommunikationsdirektor Michael Dubke (nimmt seinen Hut aus „persönlichen Gründen)

    09. Mai: FBI-Direktor James Comey (zu unbequem, gefeuert von Trump)

    10. März: Staatsanwalt Preet Bharara (gekündigt, weil er sich weigerte seinen Rücktritt einzureichen)

    13. Februar: Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn (Rücktritt auf Aufforderung Trumps)

    31. Januar: Kommissarische Justizministerin Sally Yates (gefeuert, nachdem sie sich weigerte Trumps Einreiseverbot zu verteidigen)

Kommentare sind geschlossen.