Das Baby und die AfD

Tabubruch rufen die Einen. Ideologietreue die Anderen. Ein abstoßender Machtkampf?

Seitdem Frauke Petry, wie es so schön heißt, im Mutter-Kínd-Ensemble auf bundesweit plakatierten Flächen ihr Familien(un-)glück präsentiert, hallt ein Aufschrei durch die Republik. Es gäbe eine unausgesprochene Übereinkunft in der Gesellschaft Kinder nicht zu politischen oder werblichen Zwecken zu instrumentalisieren. Dies würde dann vorliegen, wenn Kinder eindeutig bildlich identifizierbar sind.

Die Diskussion über Petrys Werbekampagne hängt sich an solchen Aspekten auf. Dabei wird ein besonderer Aspekt von politischer Instrumentalisierung außer Acht gelassen. Ihn gerade jetzt zu beleuchten scheint gerade auf dem Hintergrund der politischen Ausrichtung der AfD angezeigt zu sein.

Faschismustudien zur öffentlichen Kommunikation von Diktatoren, politischen Führungsfiguren in faschistischen Systemen bestätigen eine augenfällige aber oft weniger stark beachtete Vorliebe besagter Herrscher. Sie lieben es im besonderen Maße mit und im Kreis von (ihrer) Familie(n) abgebildet zu werden. Eine außerordentliche Bedeutung kommt dabei der Herrscher-Kind(er)-Beziehung zu. Herrscher wie Hitler, Mussolini, Mao, Stalin u.a. liebten es sich im Kreis von Kindern zu inszenieren. Mal im Kreis von strahlend lächelnden Kindern. Mal mit einem Kind auf dem Arm. Mal den Kopf eines Kindes streichelnd. Eine solche Nähe zu Kindern sollte charismatische Ehrbarkeit, Reinheit und Unschuld symbolisieren. Aber auch Nähe und Unantastbarkeit zugleich.

Heißt es vielfach, dass im Faschismus Politik ästhetisiert wurde, so könnte man meinen, dass durch die inszenierte Nähe, sprich Überhöhung, der Herrscher-Kind-Beziehung eine Vermenschlichung von Politik gefördert werden soll.

Eine Verniedlichung von Politik? Verniedlichung der AfD-Politik?

Welche oftmals unbewussten Bedürfnisse beherrschen aber das Seelengerüst der Menschen, die solche Politiker zu charismatischen Figuren emporheben wollen?

88 Gedanken zu “Das Baby und die AfD

  1. Dass das Mutter-Sein in unserer Gesellschaft wieder höher geachtet wird, IST!!!
    AFD-Politik.

    Das Abgeben von Kindern in KITAS zu einem sehr frühen Zeitpunkt ist nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen EXTREM schädlich.

    (Ihre konstuierte Nähe zu „Hitler, Mussolini, Mao, Stalin“ ist zum Fremdschämen. Man fasst sich an den Kopf…..)

  2. Kinderreichtum ist ein AfD-Herzensthema. Doch das spricht Frauke Petry gar nicht an, indem sie ihren am 18. Mai geborenen, schlafenden Säugling Ferdinand, den Wählern präsentiert, sondern Sie fragt diese: „Und was ist Ihr Grund für Deutschland zu kämpfen?“
    Das passt nicht zusammen. Jede Mutter würde sich um ihr Baby kümmern und nicht in den Kampf ziehen wollen. Um bei konservativen Wählen anzukommen, hätte sie sagen sollen: „Ich mache jetzt eine Babypause. In drei Jahren kämpfe ich weiter für Deutschland.“
    Die zweite AfD-Wählergruppe, die Protestwähler, die gegen das Establishment stimmen wollen, erwarten dagegen eine Politik für die jetzige Generation, für sie selbst, aber doch nicht für die folgende Generation der gerade frisch Geborenen.
    So stolz die junge Mutter auch sein mag – dieses Plakat erscheint mir kontraproduktiv, weil jeder die Instrumentalisierung trapsen hört.

  3. Wenn nur die Kritiker manchmal ein Zwanzigstel des Verstandes hätten im Vergleich zu den abfällig kritisierten politischen Protagonisten.

    Es geht um den Wert und die Würde des MUTTER-SEINS und die unermesslich große Bedeutung für die Kinder und unsere Gesellschaft insgesamt! (Nicht oder nur wenig um die Anzahl der Babies.)

    Es ist absolut NICHT der Weisheit letzter Schluss, dass Mütter die ungenutzte Arbeitsmarktreserve z.b. für unsere überaus korrupte (Auto-) Industrie sind!!

    Ich kann das an jedem Kind erkennen, ob jemand sich mit Hingabe, Zeit, Freude und RUHE mit diesem beschäftigt hat. Viele Jahre………

    Das bedeutet für Petry nicht, dass sie nicht wieder stärker politisch aktiv wird. Ich hoffe es sehr. Sie hat Verstand und etwas zu sagen!
    (Sie braucht da im Übrigen auch keinerlei peinliche Ratschläge……)

    Wer die politische Botschaft nicht versteht, der soll sie halt nicht wählen und gut ist…….

  4. @0 Fünf Memes, die zusammen beunruhigen: Mutter/Baby/Grund/Deutschland/Kämpfen.
    Schon bei „Sich für Deutschland einzusetzen“ wäre ich etwas entspannter.
    Bei „Und was motiviert Sie sich für Deutschland einzusetzen?“ noch etwas mehr.
    Bei „Und was motiviert Sie sich für die Zukunft unserer Kinder zu engagieren?“ hätte ich kaum noch Probleme mit dem Plakat.
    Mit „Um meines Kindes Willen bringe ich mich ein“ könnte ich gut leben.

    So aber weckt das böse Erinnerungen.

    • Nachtrag: Ich halte das für Absicht und von daher für vollkommen richtig, das mit Sorge zu betrachten. Wer sich mit Werbung auskennt, der kennt die Kraft dieser Memes und wohin sie gemeinsam zielen. Alles andere wäre naiv zu glauben.

  5. Und wenn z.B. Marcon für sein Land KÄMPFT!! und sich nicht nur „ein stückweit einbringt“??
    Oder Andrzej Duda für Polen…..??

    Ich werde als AFD-ler und Demokrat immer dafür kämpfen, dass eine andere politische Farbe für IHRE Ziele kämpfen, KÄMPFEN !!, darf (auch mit den besch……. neuesten „umkämpften“ Tweets von Schulz neben der Kanzerlin als bucklige alte Frau),
    es würde mir aber niemals einfallen, diese Richtung mit den Menschenschlächtern Milosevic, Stalin oder Pol Pot oder Mao in Verbindung bringen.

    Das bleibt wohl in D. nicht nur der gewalttätigen ANTIFA, sondern auch den Mainstreamparteien, -medien, ja sogar „systemischen“ (bruharrr) Links-Blocks vorbehalten.

    Ich würde mich in Grund und Boden schämen, mich so zu verhalten………
    Faschistoid!

  6. Zur propagandistischen Inszenierung von Kindern mit Menschenschlächtern wie Hitler, Mussolini, Mao, Stalin gab es hier schon mal einen Thread, den ich nicht mehr finde. Der Unterschied zu Petrys Baby-Plakat ist das Geschlecht.
    Frau + Baby = natürlich (zumal es das leibliche ist und zwar ihr fünftes)
    Mann + Baby = geheuchelt (zumal sich die Herren nicht sonderlich väterlich zeigten)
    Dass Politikerinnen Kinder bekommen und während des Bundestagswahlkampfs gebären, zeugt für Kinderliebe und Spontaneität in der Liebe, die beim frisch vermählten AfD-Pärchen fast schon ein bisschen Richtung der Liebestollheit von Scharping mit seiner Gräfin Pilati geht – durchaus menschlich-allzumenschlich…
    Doch ein Wahlplakat???

  7. Mich erinnert die Ikonografie eher an Maria mit dem Jesuskind. Dazu passt auch der milde Gesichtsausdruck von Maria Petry. Fehlt bloß noch der Heiligenschein für Ferdinand.

  8. Die AfD-Vorsitzende Petry zieht damit ein POPULISTISCHES Register der Verstellung und Verlogenheit im Bundestagswahlkampf, indem sie sich wie ein Wolf im Schafspelz als tumbes Muttertier inszeniert. Perfide! Damit versucht sie jene Gutgläubigen von ihren rechtsradikalen und präfaschistischen Intentionen ablenken, die nicht glauben wollen, dass die AfD ein trojanisches Pferd von NPD, Reichbürgern und anderen verfassungsfeindlichen Kampftruppen und Straßenkämpfern ist. Sie lässt sich – ähnlich wie Beate Zschäpe für die NSU-Mörder – als bürgerliche Tarnkappe für menschenverachtende Extremisten missbrauchen.

  9. Das demagogische Babyplakat der AfD-Petry intendiert, den Nimbus einer ernstzunehmenden „Protestpartei“, die für die Zukunft Deutschlands kämpft, aufrechtzuerhalten und von den wahren Zielen dieser Präfaschisten abzulenken. Das Babyplakkat kaschiert das extrem reaktionäre Weltbild dieser Steigbügelhalter von Sympathisanten der Mörder-Bande NSU, die bei einem etwaigen Wahlerfolg in den Bundestag einziehen werden, da die Personaldecke der nach außen als gemäßigt auftretenden Partei äußerst dünn ist, sodass radikale Rechte in die Fraktion rutschen werden. Im Hintergrund freuen sich die eigentlichen Drahtzieher, dass ihre ultrarechten Positionen bereits zur Regierungspolitik wurden. Mit Bezug auf die Flüchtlingspolitik jubelte Jörg Meuthen, AfD-Landesvorsitzender der AfD in Baden-Württemberg: „Das, wofür man uns vor drei Monaten oder zwei Monaten noch geziehen hat, wir seien äußerst rechts-außen, das ist jetzt ungefähr das, was jetzt Herr Gabriel, Herr Kauder und viele andere vertreten“. Er spielte damit auf die Forderung der AfD-Vorstände Frauke Petry und Beatrix von Storch im Herbst 2015 an, an der Grenze auch Schusswaffen gegen Flüchtlinge einzusetzen – auch gegen Kinder.

  10. Herr Santak, Provokationen, die wahrscheinlich als Gesprächsaufforderungen gemeint sind, aber jegliches Mindestniveau unterbieten, sind dann keine mehr.
    Man lässt dann, ganz allgemein gesprochen, den “Idioten“ links liegen……
    Habe die Ehre… .

  11. Ihre Ehre heißt Treue zu einer pseudodemokratischen Partei, die willfährig rechtsradikalen Verfassungsfeinden ein Plattform bietet, um Deutschland 80 Jahre in die Vergangenheit zu versetzen. In Trier werden Sie bereits vom Verfassungsschutz observiert, um herauszufinden, ob Sie den Unsinn wirklich glauben, den Sie verzapfen. Dann wären Sie ein harmloser „Trottel“, da Sie das Mindestniveau für tatsächlich staatsgefährdende Aktionen nicht besitzen, und könnten rechts liegen gelassen werden.

  12. Hallo Herr Sollmann, ich habe gestern Kommentare eingestellt, werden die noch freigeschaltet (ich komme eigentlich aus dem Nachbarraum und bin mal hier reingeschneit).

  13. Ich finde das Plakat äußerst treffend und ausgesprochen gut.
    Schon mal ein Muttertier (Katze, Kuh, Nashorn……..meine Frau, beobachtet, wenn sie ihre Jungen beschützt?

    BIS ZUM LETZTEN (EIGENEN) ATEMZUG!

  14. Es geht nicht um niedliche Schmusekätzchen oder niedliche Nashornbabys sondern um die Instrumentalisierung von unwissenden, nicht um Erlaubnis gefragte Babys oder Kleinkinder im Sinne politischer Inszenierung. Politische Inszenierung ist bei diesem Beispiel nicht nur das visuelle Zitat sondern der Kontext besagter Partei.

  15. @ 20: In 14-16 habe ich gezeigt, dass die Beispiele zahlreich sind, nicht nur bei „besagter Partei“. Das entkräftet doch eindeutig Ihre These. Zudem: Werbung mit Kindern ist entgegen der Eingangsbehauptung (leider) weitverbreitet.

  16. Die AfD versucht sich mit dem Baby-Wahlplakat, als „mütterliche“, und zugleich „kämpferische“ Partei gegen das sachlich auftretende Polit-Establishment zu positionieren. Dabei suggeriert die AfD, sie müsse – ebenso wie eine junge Mutter – erst in diese neue Rolle der Verantwortung bis zur „Aufopferung“ hineinwachsen.

    Doch hinter dieser Fassade haben längst völlig andere Leute das Sagen, denen es nicht primär um das Wohl der kommenden Generation, sondern um ein Zurückdrehen der Geschichte und eine Restauration der 1950er-Kultur geht.

    Daher wird nicht bloß Ferdinand instrumentalisiert, sondern lässt sich ebenfalls Frauke politisch für einen verlogenen Heile-Welt-Schmusekurs einspannen – ein typischer Trojaner, auf den insbesondere die junge, unpolitische Wählergruppe hereinfallen soll.

  17. Anderes Bild: Lafontaine mit Söhnchen auf der Schulter auf Privatterasse.
    Er wollte die neoliberale Politik Schröders nicht mitmachen.
    Das Bild wurde fast ein Jahrzehnt benutzt, um ihn und die Linkspartei zu diskreditieren: lame dug, macht den Rückwärtssalto und widmet sich der Familie und dem Söhnchen…..
    Unverantwortlicher Schwachkopf.

    Merke: Die gerade Herrschenden haben immer recht. Ob das System damit an die Wand fährt, wie z.b. Ende der DDR spielt keine Rolle.
    Abweichler müssen immer! diskreditiert werden.

  18. Die Instrumentalisierung des Baby ist klar zu beobachten: Das Mutter-Kind-Motiv soll Petrys Image verbessern und sie als warmherzige Mutter inszenieren.

    Mit dieser Propaganda-Strategie stellt sich Petry in eine lange Reihe ähnlicher Polit-Inszenierungen mit ähnlich durchschaubaren Motiven.

  19. Um die sozialpsychologische Intention von Ulrich Sollmann nachvollziehen zu können, hier ein paar Wikipedia-Ausführungen zum soziologischen Charisma-Begriff, der eine außergewöhnliche Beziehungsform zwischen (politischen) Führern und Jüngern meint: die der Verehrung und Hingabe.

    „In der Soziologie nutzte Max Weber den Begriff „Charisma“, um eine der von ihm unterschiedenen drei Formen der Herrschaft zu bezeichnen – neben „traditionaler“ und „rationaler“ Herrschaft teilte er auch die charismatische Herrschaft ein. Im Anschluss an Weber bezeichnet Charisma eine soziale Beziehung von Herrschaft, welche die Sozialstruktur grundlegend verändert, eine außeralltägliche „revolutionäre Macht“, und zwar so, wie sie von den charismatisch Beherrschten, den Anhängern („Jüngern“), gewertet wird.

    „Über die Geltung des Charisma entscheidet die durch Bewährung – ursprünglich stets: durch Wunder – gesicherte freie, aus Hingabe in Offenbarung, Heldenverehrung, Vertrauen zum Führer geborene, Anerkennung durch die Beherrschten. Aber diese ist (bei genuinem Charisma) nicht der Legitimitätsgrund, sondern sie ist Pflicht der kraft Berufung und Bewährung zur Anerkennung dieser Qualität Aufgerufenen. Diese Anerkennung ist psychologisch eine aus Begeisterung oder Not und Hoffnung geborene ganz persönliche Hingabe.“ Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Kapitel III. Die Typen der Herrschaft. § 10: Charismatische Herrschaft

    Die Veralltäglichung des Charismas: Wird die charismatische Beziehung zu einem Dauerverhältnis, ändert sie ihren außeralltäglichen Charakter und wird zu traditionaler oder rationalisierter (legaler) Herrschaft (§ 11). Neben dem „Personen-Charisma“, wo ein „Schöpfer“ überkommene Gerechtigkeitsvorstellungen ersetzt oder neu interpretiert, kann jedoch auch von einem „Institutionen-Charisma“ gesprochen werden, wodurch neue Institutionen kreiert werden.

    Der Politikwissenschaftler Franz Neumann führte in seinem Behemoth die Idee der Legitimierung durch Charisma auf die Theologie Calvins zurück. Nach seiner Analyse führte die Ideologie des Nationalsozialismus die charismatische Macht des Führers auf das „Volkstum“ zurück. In Demokratie in Deutschland hat M. Rainer Lepsius die Anwendbarkeit eines solchen Erklärungsversuchs auf den Führerstaat Adolf Hitlers überprüft. In seiner Arbeit Revolution und Veralltäglichung (1977) hat Dirk Kaesler die Anwendbarkeit dieser Theorie für die Beantwortung der Frage: „Was wird aus Revolutionen?“ geprüft; er kam zum Ergebnis, dass Webers Theorie von der „Veralltäglichung“ des Charismas ein brauchbares Analysekonzept für Verständnis und Erklärung postrevolutionärer Prozesse liefert.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Charisma

  20. @ 26: Ähnliches konnte Anfang 2017 an der Martin-Schulze-Hype beobachtet werden, als dieser die politische Agenda mit Bezug auf „Gerechtigkeit“ im Sinne der SPD umzuwerten versuchte.

    Dem Charismatiker Donald Trump gelang dieser Coup wesentlich besser, weil er gegen eine favorisierte, doch nicht ausreichend charismatische Hillary Clinton gewann (wenn auch äußerst knapp). Gegen den Charismatiker Barack Obama hätte Trump wohl keine Chance gehabt.

  21. Mit der AfD ist es wie mit Würsten: Je weniger die Leute wissen, was wirklich drin ist, desto besser schlafen sie – politisch; sie wollen die Parallelen zur Weimarer Republik nicht sehen.

  22. @ 28: Auf jeden Fall haben Sie einen zu großen Senftopf, Herr Santak. Und über die Parallelen zur Weimarer Republik würde ich mich gerne mal unterhalten, bezweifle aber, dass Sie wirkliche Argumente haben. Die historische Situation ist nämlich nicht ernsthaft vergleichbar.

  23. @ 29: „Auf jeden Fall haben Sie einen zu großen Senftopf“

    „Man muss aufhören, sich essen zu lassen, wenn man am besten schmeckt.“

    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller. Quelle: F. W. Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe 1892), Erstdruck 1883. Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom freien Tode

  24. @ 29: „Parallelen zur Weimarer Republik (…) historische Situation (…) nicht ernsthaft vergleichbar“

    Das völkisch-nationalistische Denken der NSDAP, deren Abwertung der sogenannten Systemparteien – gemeint waren damit alle Parteien, die für die Weimarer Republik standen -, deren Forderung nach Ausgrenzung religiöser Minderheiten in den 1920er-Jahren weisen erhebliche Parallelen zur heutigen AfD-Propaganda auf.
    Einzelne Mitglieder pflegen eine auffällige Nazi-Rhetorik. Der Rhythmus, das sprachliche Diktum, die Emotionalisierung sind stark an die NSDAP-Sprache angelehnt: „3000 Jahre Europa! 1000 Jahre Deutschland!“ (Björn Höcke); „Erfurt ist … schön … deutsch! Und schön deutsch soll Erfurt bleiben!“ (Björn Höcke); „Das Boot ist übervoll und wird kentern.“ (Björn Höcke); Björn Höcke sprach von einem „Bevölkerungsüberschuss Afrikas“ und erklärte, der „lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp“ treffe in Europa auf den „selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp“ und schlussfolgerte: „Solange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern.“; André Poggenburg von der AfD Sachsen-Anhalt forderte, über die „Verantwortung für die Volksgemeinschaft und nächste Generation“ nachzudenken; Alexander Gauland: „Es wird Zeit, dass wir das Schicksal des deutschen Volkes, damit es ein deutsches Volk bleibt, aus den Händen dieser Bundeskanzlerin nehmen.“; Frauke Petry: „Die deutsche Politik hat eine Eigenverantwortung, das Überleben des eigenen Volkes, der eigenen Nation sicherzustellen.“; „Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde.“ (Markus Frohnmaier, Bundesvorsitzender der Jugendorganisation „Junge Alternative“).

    Die Beschlüsse der AfD sind nicht mit der im Grundgesetz gewährleisteten Religionsfreiheit vereinbar. Diese Freiheit umfasst nicht nur das Haben einer religiösen Überzeugung, sondern auch deren Betätigung, auch in der Öffentlichkeit.

  25. @ 31: Ach Herr Santak, das hatten wir doch alles schon. Sie müssten beispielsweise erklären, was eine Partei, die sich am demokratischen Modell der Schweiz orientiert, mit der NSDAP zu tun hat. Das ist ein Schmarrn.
    Bezüglich des Islam ist die Frage, ob er, d.h. sein Rechtssystem mit dem GG vereinbar ist. Die Antwort kann nur lauten: nein. Und im GG ist keine suizidale Selbstverpflichtung des deutschen Volkes verankert. Der Multikulturalismus übrigens auch nicht.

  26. @ 31: Zudem finden die aktuellen Migrationsbewegungen, die teilweise gesteuert und beabsichtigt sind, ohne jede demokratische Willensbildung statt. Es ist eine Selbstermächtigung der EU, v.a. von Frau Merkel, ohne jede Beteiligung des Souveräns und unter Umgehung des Parlaments. Wie kann man das noch Demokratie nennen?
    Welche politischen Kräfte lassen sich derzeit erkennen, die diesen undemokratischen Kräften entgegenwirken könnten? Mir wäre es bedeutend lieber, Frau Merke würde in Bezug auf Einwanderungspolitik das vertreten, was sie vor 13 selbst im Deutschen Bundestag als damalige Oppositionsführerin gesagt hat.

  27. @ 32: „Sie müssten beispielsweise erklären, was eine Partei, die sich am demokratischen Modell der Schweiz orientiert, mit der NSDAP zu tun hat.“

    Die AfD orientiert sich an der SVP-Strategie, wird von dieser finanziert und gesteuert. Das ist für Demokraten alarmierend, denn die Strategie der europäischen Rechtsradikalen von Wilders, über Le Pen, Orban, Kraczinsky, Hofer, Boris Johnson (und vielen weiteren) bis zu den zutiefst menschenverachtenden SVPlern, die durchgesetzt haben, dass Flüchtlinge unterirdisch verwahrt werden, zielt auf eine europäische Machtübernahme.

  28. @ 33: „Welche politischen Kräfte lassen sich derzeit erkennen, die diesen undemokratischen Kräften [Bundeskanzlerin Merkel] entgegenwirken könnten?“

    Zum Glück keinerlei ernstzunehmende. „diesen undemokratischen Kräften“ werden am 24. September erneut die meisten Wahlberechtigten ihre Stimmen geben.

    Zudem: Wäre es „demokratisch(er)“ gewesen, die Flüchtlinge nicht aufzunehmen? Das hätte dieselbe Bundeskanzlerin Merkel mit demselben demokratischen Mandat machen können. Dazu wäre Sie nach Ihrer Meinung ermächtigt gewesen, doch nicht zu ihrer tatsächlichen Entscheidung.

    Fazit:
    Alles, was Lothar Eder nicht passt, ist „undemokratisch“.
    Alles, was Lothar Eder passt, ist „demokratisch“.

  29. @ 33: „Zudem finden die aktuellen Migrationsbewegungen (…) ohne jede demokratische Willensbildung statt.“

    Lothar Eder wünscht sich Volksabstimmungen über Migrationsbewegungen.

    „Wer hat’s erfunden?“

  30. @ 33: „Wie kann man das noch Demokratie nennen?“

    Wie würde Lothar Eder das nennen: Diktatur?

  31. @ 32: „Und im GG ist keine suizidale Selbstverpflichtung des deutschen Volkes verankert. Der Multikulturalismus übrigens auch nicht.“

    Lothar Eder, der Pseudo-Verfassungsschützer, sollte mal Artikel 1 GG lesen.

  32. @ 32: „Bezüglich des Islam ist die Frage, ob er, d.h. sein Rechtssystem mit dem GG vereinbar ist.“

    Das können sich bloß Pappnasen, pardon: Lothar Eder fragen.

  33. „Ich würde darüber reden, wie Muslime Europa überfluten, besetzen und unmissverständlich vernichten; darüber, wie Europa sich damit identifiziert, über den selbstmörderischen Liberalismus und die dumme Demokratie.. Es endet immer auf dieselbe Weise: Die Zivilisation erreicht eine Reifestufe, auf der sie nicht nur unfähig ist sich zu verteidigen, sondern auf der sie in scheinbar unverständlicher Weise seinen eigenen Feind anbetet.“
    Imre Kertész (Auschwitzhäftling, Literaturnobelpreisträger) in „Letzte Einkehr“ (2015)

  34. @ 41: „Es gibt zwei Passagen im Buch, die dem Kertész-Kenner einen Stich versetzen. Man liest dort von der drohenden Gefahr einer Überschwemmung Europas mit Muslimen, die den Kontinent in Besitz nehmen und zerstören würden. Von „selbstmörderischem Liberalismus“ und der Tatsache, dass man über all dies nicht öffentlich reden dürfe. Eine Terminologie, die heute auch zum Grundvokabular von NPD und Pegida gehört. Die Textstellen, nur schwach geschützt durch die Autofiktion, belegen auf irritierende Weise, dass auch der hellsichtige Autor nicht frei von Verblendung ist.“
    http://www.deutschlandfunk.de/imre-kertesz-letzte-einkehr-das-leben-ist-ein-irrtum.700.de.html?dram:article_id=320652

    Imre Kertész wurde mit 14 Jahren wegen seiner jüdischen Abstammung über Auschwitz in das Konzentrationslager Buchenwald und in dessen Außenlager Wille in Tröglitz/Rehmsdorf bei Zeitz verschleppt. Das daraus folgende Angst-Trauma, das Kertész später literarisch verarbeitete, prägte lebenslang seine Wahrnehmung.

    Angst prägt auch die zerstörerische Feindschaft zwischen Juden und Moslems sowie die hysterische Form der Abwehr von Flüchtlingen, die AfD, NPD, Pegida, Reichsdeutsche und andere Rechtsradikale propagieren und praktizieren.

  35. @ 48: er schlägt vor, dass der Deutschlandfunk daran arbeitet, seine Verblendung zu beseitigen. Diese Art von Küchenpsychologie zur Pathologisierung anderer Meinungen ist schwer auszuhalten (aber man gewöhnt sich dran, also gibt es gottlob Abstumpfungseffekte).

  36. @ 41 und 49: „Ich würde darüber reden, wie Muslime Europa überfluten, besetzen und unmissverständlich vernichten;“
    Wie haben Muslime Europa vernichtet?

    „darüber, wie Europa sich damit identifiziert, über den selbstmörderischen Liberalismus und die dumme Demokratie.“
    Freiheit und Demokratie abschaffen, um sie vor dem Selbstmord und der Dummheit zu retten?

    „Es endet immer auf dieselbe Weise: Die Zivilisation erreicht eine Reifestufe, auf der sie nicht nur unfähig ist sich zu verteidigen, sondern auf der sie in scheinbar unverständlicher Weise seinen eigenen Feind anbetet.“
    Der Feind der Zivilisation ist die Barbarei. Wer seine Feinde vernichtet, anstatt sich friedlich mit ihm auseinanderzusetzen und sie zu zivilisieren, handelt barbarisch.

    Was also schlägt Lothar Eder vor?

  37. @ 51: Lothar Eder rennt offene Türen ein. Lothar Eder ist ebenso wenig ein AfD-Aktivist wie Hamel-Abdel Samad und Imad Karim. Lothar Eder genießt in La Palma gelebtes Multikulti…

  38. @ 53: Lothar Eder diffamiert mich, indem er mich der chronischen Neigung zur persönlichen Diffamierung bezichtigt. Das lehne ich ab.

    Lothar Eder geht nicht auf sachliche Argumente ein.
    Lothar Eder fallen keine sachlichen Argumente ein.
    Lothar Eder lenkt von der Sache ab.
    Lothar Eder wird unsachlich.

    Lothar Eder lässt seinen negativen Gefühlen freien Lauf.
    Lothar Eder fehlt der Respekt vor seinen Mitmenschen.
    Lothar Eder hält sich für einen besseren Menschen.
    Lothar Eder bildet sich viel auf seine viele Bildung ein.

  39. Eine Frage an Sie, Herr Sollmann: finden Sie solche massiven und fortgesetzten personalisierten Angriffe (s. 54) wirklich tolerabel? Es gibt doch in Internetforen die Regel, dass keine persönlichen Angriffe auf Person, Ruf etc. erfolgen sollen/dürfen?

  40. @ 55:
    Lothar Eder verträgt die Wahrheit nicht.
    Lothar Eder verdreht Tatsachenfeststellungen zu „personalisierten Angriffen“ und „persönlichen Angriffen auf Person, Ruf etc.“.

  41. @ 56: Ich glaube nicht Herr Santak, dass Sie sich trauen würden, mich in dieser Weise anzupinkeln, wenn Sie in meiner Nähe wären. Sie sind eben einer von denjenigen, die sich im Schutz der virtuellen Anonymität und Ortlosigkeit trauen, andere persönlich anzugreifen, deren Meinung oder Haltung ihm nicht paßt. Leute wie Sie kommen nie von vorn, sie scheuen die offene Konfrontation, weil sie dafür zu feige sind.

  42. @ 57:
    Lothar Eder benötigt dringend Hilfe.
    Lothar Eder möchte einen Kritiker loswerden.

  43. „Von der Gastfreundschaft“ von Jacques Derrida
    „De l’Hospitalité“ („Von der Gastfreundschaft“), ein schmales Buch, das auf der Niederschrift zweier Vorlesungen zu einigen Dialogen Platons und Sophokles’ „Ödipus auf Kolonos“ beruht, die Jacques Derrida 1996 in Paris hielt und die dem Thema der „Gastfreundschaft“ gewidmet waren: der Frage, wer wen unter welchen Bedingungen bei sich empfängt. Derrida stand damals unter dem Eindruck der Flüchtlingsbewegungen infolge der Balkankriege und der Kongo-Krise. Eines der Ziele seines Seminars war, eine philosophische Grundlage zu schaffen für die damals schon aktuelle Frage nach dem Umgang mit Geflüchteten – und mit den Sprachklischees, die von der Politik in klischeehafte Symbolpolitik umgewandelt werden, wenn etwa nach „Integration“ der Fremden gerufen wird, ohne dass klar ist, was das genau bedeuten soll: auf welche Weise, in welchen Räumen?
    (…)
    Als Derrida dies schrieb, waren sich die Exegeten einig, dass die „absolute Gastfreundschaft“ bloß eine radikale theoretisch-utopische Denkfigur sei: Aber in gewisser Weise war das, was im Herbst 2015 in Deutschland passierte, eine Form der unbedingten Gastfreundschaft, wie sie Derrida und Dufourmantelle beschrieben: Ein Land öffnet seine Grenzen, ohne die, die kommen, nach ihren Namen zu fragen.
    (…)
    Im westlichen Denken ist diese Idee so sehr an die Furcht vor dem Kontrollverlust und Selbstaufgabe gekoppelt, dass sie als vollkommen utopisch erscheint. Der Gast muss sich dem Gastgeber unterordnen – so die allgemeine Überzeugung, die auch in den Forderungen nach „Integration“ und „Anpassung“ an „unsere Werte“, „unser Gesetz“ zum Ausdruck kommt.
    (…)
    Derrida interessierte sich für das Recht des Fremden, fremd und anders zu bleiben. Könnte es Räume geben, in denen die Ankunft der Fremden nicht als Bedrohung des Eigenen empfunden werden muss – Orte jenseits der bellizistischen Idee von Raum, die ihre Wurzeln in der kampfes- und expansionsorientierten Kultur des antiken Roms hat? In der „hospi-talité“ sind „hospes“ und „hostis“, Gast und Feinde, eng beieinander, das Wort ist gewissermaßen schon von einer Grundnervosität gegenüber dem Fremden geprägt.
    (…)
    Vor allem ging es ihm um die Frage, in welchen Räumen eine Gastfreundschaft stattfinden kann, in denen sich die Gastgeber und die Ankommenden begegnen können, ohne dass sofort Unterordnung unter die gastgebende Kultur verlangt wird. „Muss man, um Gastfreundschaft zu gewähren, von einer gesicherten Bleibe ausgehen“, fragt Derrida, oder erschließt sich das Ethische an sich, das für ihn gleichbedeutend war mit der „wahren Gastfreundschaft, nur im fehlenden Zuhause?“ Und wie geht man mit der „Unmöglichkeit der Abgrenzung eines stabilen Territoriums“ (Dufourmantelle) um?
    (…)
    Selten wurden die Begriffe, mit und in denen sich unser Denken bewegt und die unser Handeln bestimmen, genauer auseinandergenommen. Angesichts der neuen Welle von Migranten, die über das Mittelmeer kommen, und angesichts der neuen Debatte darüber, ob in Nordafrika oder Europa Schutzzonen eingerichtet werden sollen, könnte „Über die Gastfreundschaft“ das Buch des Moments sein.“

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/buch-von-der-gastfreundschaft-der-fremde-schafft-uns-ein-zuhause-15129324.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

  44. „Nach der Messerattacke eines abgelehnten Asylsuchenden ist die Debatte um die Abschiebung Ausreisepflichtiger abermals entbrannt.
    (…)
    Nach der Attacke rückt die Debatte um die Abschiebung abgelehnter Asylsuchender und illegal eingereister Migranten abermals in den Fokus der politischen Debatte.

    Die vorläufigen Zahlen für dieses Jahr sprechen zunächst nicht dafür, dass die Maßnahmen der Bundesregierung greifen: weniger Abschiebungen, weniger freiwillig Ausreisende, mehr Klagen gegen abgelehnte Asylanträge.“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/zahlen-zur-abschiebungen-in-deutschland-im-vergleich-15131978.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Die Rechtslage ist klar, doch die Ausführungspraxis nicht einfach…

  45. „Jüngste Studien belegen, dass die AfD eine Partei der Überängstlichen ist. Die Wähler fremdeln mit der Moderne, die als Bedrohung gepflegter Nostalgien gilt. Obwohl es Wählern der vermeintlichen Alternative eher gut geht, sehen sie sich bedroht.
    Die Angst vor Überfremdung ist je größer, je weniger Migranten zu sehen sind. Der Erfolg der AfD ist ein Erfolg ihrer Angstkraftwerke (…)“

    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article167294030/Mit-der-German-Angst-ist-es-zum-Glueck-vorbei.html

  46. Die OSZE wird im September offenbar Wahlbeobachter nach D zu schicken. Es habe einige „Ansprechpartner“ gegeben, die sich über „Stigmatisierung“ und über die mangelnde Objektivität der Medien über ihre Partei beklagt hätten. Zudem gab es ja bei den vergangenen Landtagswahlen z.B. in NRW einige „Unregelmäßigkeiten“ (sowas kann ja mal passieren … in einer Demokratie … schließlich ist niemand perfekt … ich bitte Sie … ansonsten: „Alles gut“ …).
    Offenbar plant die AfD doch keine Machtergreifung, sondern will mit demokratischen Mitteln ihre Positionen einbringen?

  47. @63 Lieber Herr Eder, vielleicht ist es sinnvoll, auch andere Meinungen als die eigene zuzulassen:
    „Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) will zur Bundestagswahl am 24. September nur ein kleines Team nach Deutschland entsenden. Es gebe „keinerlei begründbare Zweifel am ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl“, sagte Michael Georg Link, bis Ende Juni Direktor des OSZE-Büros für Demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR), der „Heilbronner Stimme“ vom Mittwoch. AfD-Vertreter hatten in der Vergangenheit eine Beobachtung der Bundestagswahl gefordert.

    „Trotz häufiger Klagen der AfD in jüngster Vergangenheit über angebliche Auszählungsfehler am Wahltag entsendet die OSZE/ODIHR keine eigenen Experten in die Wahllokale, da es keinerlei plausible oder belastbare Hinweise für die Behauptungen der AfD für Manipulationen in den Wahllokalen gibt“, sagte Link weiter. „Wer die Regeln für deutsche Wahllokale kennt, der weiß, dass dieser Vorwurf absurd ist.“

  48. Achso, ich hatte bislang den Eindruck, eine Minderheitenposition zu vertreten. Aber vielleicht täusche ich mich ja (und gehöre zu den Überängstlichen, davon soll es ja immer mehr geben, dabei sind es ja alles nur Einzelfälle …)

  49. @66 Man kann immer aus mehreren Perspektiven auf etwas draufschauen – Sie können das gerne so machen, wie es für Ihr Weltbild passt – für andere passt es halt nicht. Es geht eben nicht um richtig oder falsch…

  50. Zwischen der Bitte der AfD (Meuthen und Petry) an die OSZE, Wahlbeobachter zu senden (weil AfD Vertreter regelmäßig bedroht oder ihre Autos angezündet werden, ebenso Wirte bedroht werden, die ihnen Räumlichkeiten zur Verfügung stellen etc., wie geht das eigentlich mit einem Demokratieverständnis zusammen?) und der Ankündigung der OSZE, diese Beobachter zu senden, scheint es einen Zusammenhang zu geben.

  51. Imad Karim, der bekannte Journalist, in Mannheim lebend und so etwas wie mein Lieblingsdeutscher mit „Migränehintergrund“, hat heute folgendes Video auf Facebook gepostet und ich möchte es hier zitieren:
    https://vimeo.com/172391690
    Es macht sehr deutlich, dass, was ja schon die ganze Zeit besprochen wird, es nicht um einige islamische Extremisten geht, sondern um den Islam an sich, der eine Bedrohung für alle Freiheitsliebenden ist. Es gibt keine einziges demokratisches Land, in dem Muslime die Mehrheit haben. Hamed-Abdel Samad bezeichnet diese Länder deshalb auch als „Freiuftgefängnisse“.

  52. @68 und 69 Lieber Herr Eder, das ist keine Antwort auf meinen Kommentar, sondern eine weitere Auflistung für das, was Ihrer Meinung nach richtig ist. Soweit kann ich das auch so stehenlassen, es spiegelt nur nicht meine Meinung wieder. D. h. also, es gibt hier zwei Sichten auf die Dinge…Und damit belasse ich es jetzt.

  53. @ 70 Liebe Frau Backes, das war auch nicht an Sie alleine adressiert. Allerdings habe ich m.E. keine Meinung eingestellt. Sondern im 1. Fall einen Zusammenhang geschildert, und im 2. Fall ein Video, das etwas zeigt, verbunden mit einigen Argumenten, die v.a. von den zwei genannten Personen stammen.

  54. @ 69: Als Agnostiker missbillige ich die jegliche Unterdrückung von Religion.

    „dass, was ja schon die ganze Zeit besprochen wird, es nicht um einige islamische Extremisten geht, sondern um den Islam“

    Der Islam scheint mir extrem rückständig und unzeitgemäß. Wünschenswert wäre m. E. eine Reformation des Islam, eine Aufklärung der islamischen Welt.

    Ähnlich rückständig und unzeitgemäß wie der Islam ist m. E. der Katholizismus.

  55. @ 73: Richtig! Ich plädiere gegen jegliche Unterdrückung durch Religion: Ich fühle mich nicht dadurch „unterdrückt“, dass einige Mitmenschen in die Kirche oder Moschee gehen, um beten, dass sie aus Gehorsam gegenüber irgendeinem religiösen „Gesetz“ freitags kein Fleisch oder ganzjährig kein Schweinefleisch essen und bestimmte Kleidungsstücke tragen müssen.
    Ich fühle mich nicht dadurch „unterdrückt“, dass mir als Agnostiker einige Berufe nicht zugänglich sind.
    Ich fühle mich nicht einmal dadurch „unterdrückt“, dass einige religiöse Fanatiker Andersgläubige verachten, verfolgen, terrorisieren und ermorden.
    Eine Unterdrückung durch Religion besteht in gewissem Sinn in der Kombination von Religion und Politik, konkret: in allen „Staatsreligionen“. Diesen wohnt ein Hang zur Unterdrückung inne. Deshalb plädiere ich für einen staatlichen Laizismus, der freilich – wie in Frankreich zu beobachten – die religiösen Konfrontationen nicht beendet.
    Also: Meinetwegen kann der Islam verboten werden – doch das wäre sicherlich keine geeignete Lösung.
    Die richtige Strategie wäre m. E. die intellektuelle – aufklärerische – Auseinandersetzung mit „unterdrückerischen“ Elementen von Religionen.

  56. Ich kann mich diesem Plädoyer als gutgesinnter Mensch prinzipiell anschließen. Es geht m.E. von falschen Voraussetzungen aus. Nämlich von der, dass im Falle des Islam es sich im eine Religion wie Christentum, Judentum oder Buddhismus handeln würde, die der Einzelne oder Kollektive als ihre Privatsache ausüben und daneben „normale“ Staatsbürger sind.
    Dies ist beim Islam jedoch nicht der Fall. Dies zeigt seine Geschichte, dies zeigt die Praxis in islamisch dominierten Ländern, und dies zeigt die Realität des Islam in Europa. Der Islam ist – im Gegensatz zu Christentum und Buddhismus – eine Religion von Gewalt (gegen Ungläubige, gegen Kinder, gegen Frauen, gegen Gesellschaften die nichtislamisch sind) und er hat als inhärentes Element ein Rechtssystem, das schlichtweg unvereinbar ist mit der europäischen bürgerlichen Zivilisation.
    Das Plädoyer für einen „aufgeklärten“ Islam finde ich hervorragend. Nur fehlt dafür das Gegenüber. Dieses nämlich hat nicht die Absicht und den Willen dafür, im Gegenteil. Egon Flaig (Politologe, der lange in Frankreich lebte), spricht davon, dass Frankreich sich aufgrund seiner muslimischen Communities und deren Gewaltbereitschaft, längst in vorbürgerkriegsähnlichen Zuständen befindet. In D haben wir mittlerweile zahlreiche „No go Areas“, die bin orientalischen Clans beherrscht werden. 75% der organisierten Kriminalität geht offenbar von Ausländern aus. Wer dies sagt, wird dann sofort in den ideologisch-rhetorischen Schraubstock genommen – das sei ausländerfeindlich, rechts etc. Was aber, wenn es einfach die schlichte Wahrheit ist?
    Ich verstehe nicht, wie man es hinbekommt, die genannten Entwicklungen nicht zu sehen und nicht alarmiert zu sein. Man kommt sich vor wie jemand, der auf hoher See in einem leckenden Boot sitzt, sich müht, das Wasser zu dämmen und die Mitinsassen rufen bloß „welches Wasser“ oder initiieren Diskurse darüber, welche Vorteile Wasser an sich hat, über mehr Wassertoleranz oder über angebliche Aquaphobie.

  57. @ 75: „Ich verstehe nicht, wie man es hinbekommt, die genannten Entwicklungen nicht zu sehen und nicht alarmiert zu sein.“

    Das kann ich Ihnen an meinem Beispiel erklären. Ich kenne die kriegerische Geschichte des Islam und die Unterdrückung in „islamischen“ Staaten. Ich kenne aber auch einige „ganz normale“ Menschen, die aus diesen Staaten nach Deutschland gekommen sind und sich „ganz normal“ verhalten. Deshalb unterscheide ich die politisch-religiöse Seite dieser Angelegenheit von der alltäglich-menschlichen Seite und ziehe meine persönlichen Konsequenzen: Ich möchte nicht islamisiert werden, ich möchte nicht in „islamische“ Staaten reisen, ich möchte „ganz normal“ mit Moslems zusammenleben können, ich möchte keinen Glaubenskrieg und keinen Kreuzzug führen müssen.

  58. @ 76: Es läßt sich schon aufgrund der großen Zahl gar nicht vermeiden, muslimische Menschen zu kennen. Und sicherlich wird man von den meisten sagen, sie verhielten sich „normal“.
    Das geht allerdings am Problem vorbei. Die Frage ist, ob eine aufnehmende Gesellschaft die Kraft und den Willen aufbringt, diese Menschen zu assimilieren, sodass sie kulturkompatibel sind. Das geschieht in Europa derzeit nicht. Wir sind als Land oder zivilisatorische Gemeinschaft eben kein „Club“, der wahllos Mitglieder aufnehmen kann (die ihre Beiträge bezahlen und dann entsprechende Leistungen erhalten). Gesellschaften und Staaten(Gemeinschaften) benötigen organisierende Kerne (das etwas bemühte Wort „Leitkultur“ gehört dazu), die implizit Ein- und Ausschlüsse markieren und sie auch durchsetzen.
    Zudem bleibt die Soziologie der einlassbegehrenden Migrationsströme unterbelichtet. Es handelt sich augenscheinlich in der Mehrzahl nicht um Verfolgte, Misshandelte, um Benachteiligte in ihren Ländern. Im Gegenteil, wer arm ist (also keine Kommunikationsmittel besitzt, keine Geld für Transport hat etc.) hat nicht nur keine Chance, sich nach Europa aufzumachen, er kommt gar nicht auf die Idee. Diese Art der Migration einerseits und relative Armut in den Herkunftsländern schließen sich aus. Dies läuft natürlich dem bevorzugten Narrativ, dass wir Benachteiligte, Arme, Verfolgte, Misshandelte etc. aufnehmen, entgegen. Sicherlich befinden sich auch diese unter den Migranten, aber ihre Zahl ist vergleichsweise gering.
    Wenn meine These stimmt (sie stammt ja nicht eigentlich von mir, ich gebe sie nur wieder), dann befinden sich die faktische Soziologie des Phänomens einerseits und das darüber konstruierte (erzählte, medial gepflegte) Narrativ andererseits nicht in Übereinstimmung, sondern passen nicht zueinander. D.h. im Klartext: wir konstruieren uns eine romantische Erzählung letztlich zu einer Geschichte des eigenen Untergangs; denn wir können mit unsere, Handeln zum einen das Elend auf der Welt nicht beseitigen, und zum anderen zerstören wir systematisch unsere Volkswirtschaften und und unsere Rechtssicherheit. Und genau dies darf nicht geschehen.

  59. @ 75: “ jemand, der auf hoher See in einem leckenden Boot sitzt, sich müht, das Wasser zu dämmen“

    Wir leben in EINER Welt (= wir sitzen alle im selben Boot), und wir müssen die Situation meistern, dass arme und bedrohte Menschen auf die Seite des Bootes flüchten, die ihnen reich und sicher erscheint, ohne dass das Boot kentert.

    Das funktioniert, indem wir die arme und bedrohte Seite des Bootes reich und sicher machen, sodass niemand auf eine scheinbar bessere Seite zu wechseln braucht.

    Alternative (nicht für Deutschland): Wir sperren die armen und bedrohten Menschen auf der armen und bedrohten Seite des Bootes ein und beobachten, wie sie sterben.

    Alternative (für Deutschland): Wir nehmen die armen und bedrohten Menschen auf und versorgen sie solange, bis unsere Bemühungen, die arme und bedrohte Seite des Bootes reich und sicher gemacht zu haben, erfolgreich abgeschlossen sein werden.

  60. @ 77: Sie leugnen die Bemühungen des Bundesinnenministeriums und des BAMF, zwischen sicheren und unsicheren Herkunftsländern zu unterscheiden.
    In Syrien herrschen Reichtum und Sicherheit für wenige, doch die Reichen und Gesicherten kommen nicht nach Europa, sondern die Bedrohten.
    In Marokko, Tunesien, Algerien herrschen dagegen für die meisten Migranten aus diesen Ländern keine lebensbedrohlichen Zustände, sodass verhindert werden muss, dass Migranten aus diesen Ländern nach Europa kommen, solange sie nicht die nötigen Bildungsvoraussetzungen mitbringen, um sich in Europa selbst zu versorgen.

    Wie sollte das sinnvollerweise geschehen?

  61. Nein, das „müssen“ wir weder meistern (welch ein selbstüberschätzender Imperativ!), noch können wir es. Es liegt nicht in unserer Macht.
    Zudem blendet dies wesentliches aus: zum einen gehört eine Mehrzahl der Migranten zu den relativ Armen in ihren Herkunftsländern (ich sehe in den Booten fast nur gesunde, kräftige junge Männer). Und es spannt die alte Täter/Opfer Dynamik auf, also weiße Europäer als Täter und schwarze Afrikaner als Opfer. Ich glaube daran nicht. Ich bin, auch aus Unterhaltungen mit Afrikanern, der Überzeugung, dass Afrika an seiner Katastrophe kräftig mitwirkt, z.B. durch sein Reproduktionsverhalten. Und dann schauen Sie sich mal das kleine Deutschland an und legen es als Folie auf den schwarzen Kontinent. Wer dann noch sagt, wir nehmen die alle auf und versorgen sie, hat jeden Sinn für Realität und das Machbare eingebüßt, er betreibt Ideologie. Die Frage ist nicht „schaffen wir das?“ (die ist beantwortet), sondern „wollen wir das?“.

  62. @ 80: „Die Frage ist nicht „schaffen wir das?“ (die ist beantwortet), sondern „wollen wir das?“.“

    Wenn wir die Frage „wollen wir das?“ mit Nein beantworten, was sollten wir dann tun?

  63. @ 80: „Nein, das „müssen“ wir weder meistern (welch ein selbstüberschätzender Imperativ!), noch können wir es. Es liegt nicht in unserer Macht.“

    LOTHAR EDER: Wir können die Situation nicht meistern.

    Was schlägt Lothar Eder vor?

  64. @ 83:
    Ich schlage zweierlei vor: sich selbst immer über die eigenen Beweggründe Auskunft zu geben. Und zum anderen, sich am Machbaren zu orientieren. Beides geschieht derzeit m.E. in bedrohlicher Weise nicht.
    Für letztere Maxime findet man in der SPD Helmut Schmidts einige Hinweise, derzeit bilden sich diese – unabhängig davon wie man das findet – z.B. in der AfD ab.
    Ein wenig Kant, i.e. sein kategorischer Imperativ, schadet auch nicht. Hier finde ich, ist er antizipatorisch ein Systemiker. Angewandt auf die Ausgangsfrage: angenommen wir nehmen alle auf die zu uns wollen, wie sieht unser Land in 20 Jahren aus. Und die Antwort bitte realistisch und nicht utopisch.

  65. @ 84: „die Ausgangsfrage: angenommen wir nehmen alle auf die zu uns wollen, wie sieht unser Land in 20 Jahren aus.“

    Ich schlage zweierlei vor: sich selbst immer über die eigenen Beweggründe Auskunft zu geben. Und zum anderen, sich am Machbaren zu orientieren. Beides geschieht mit dieser angeblichen „Ausgangsfrage“ m.E. in bedrohlicher Weise nicht.

    Machbar ist der aktuell praktizierte Umgang mit den gut 1,2 Millionen Flüchtlingen. Diese werden in 20 Jahren voraussichtlich nicht mehr in Deutschland leben oder sie werden integriert sein.

    Machbar ist die aktuell praktizierte Abschiebung von Migranten ohne Asylrecht und Migranten mit sozialschädlichen oder kriminellen Absichten.

    Machbar ist die aktuell praktizierte restriktive Migrationspolitik.

  66. Womöglich ist es sinnvoll und notwendig, über die von Lothar Eder und Georgy geäußerten Ängste und Horrorvisionen ab Herbst 2017 im geregelten Rahmen des Bundestags zu debattieren und nicht bloß an Stammtischen und in den Niederungen des Internets. Auf diese Weise können diese Ängste und Horrorvisionen rationalisiert und auf einen realistischen Boden geholt werden. Anfänglich wird es wilde Wortgefechte mit fundamentalistischen AfD-Aktivisten geben, doch nach einigen Monaten und Jahren werden sich die Realos unter den AfD-Aktivisten durchsetzen und vernünftige Politiker anziehen (vgl. die Entwicklung der Grünen).

  67. NEUES aus der Abteilung „DIE AFD UND DIE NAZIS“:
    http://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/afd-hausdurchsuchung-52756956.bild.html
    BILD wendet hier eine bekannte Denunziationstrategie an: es wird nichts falsches berichtete, aber das richtige so zusammengestellt, dass „Stimmungen“, „Eindrücke“ entstehen, welche schwer getilgt werden können.
    Die Überschrift „Hausdurchsuchung bei AfD Politiker“ …“Verwendung von Nazisymbol“ legt nahe, dass aktuell eine Hausdurchsuchung stattgefunden hat und bei Petr Bystron, dem bayrischen AfD-Vorsitzenden (wir haben es doch alle gewußt!!) ein Hakenkreuz, Hitlerdevotionalien etc. gefunden worden sind, er also nun endlich des Neonazitums überführt worden sei.
    Beides ist nicht der Fall.
    Der Fall ist: Die Hausdurchsuchung hat vor zwei Monaten stattgefunden und wird vom Amtsgericht München nachträglich als „rechtswidrig“ angesehen. Was war der Grund: Bystron hat die Antifa mit der SA gleichgesetzt und ein Plakat auf Facebook eingestellt, auf dem das SA-Symbol abgebildet war. Nicht also aus Sympathie mit der SA, sondern um auf Parallelen, die aus seiner Sicht bestehen, hinzuweisen. Die Verwendung von NS-Symbolen aber ist in D verboten. Zumindest Herrn Bystron. BILD nämlich zeigte das Plakat inkl. beider Symbole. Mit einer Hausdurchsuchung ist wohl eher nicht zu rechnen.

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