Deutsch-Fühl-Stunde

Erst im Ausland merkt man, dass man deutsch ist.

Auch wenn man den Urlaub im Ausland liebt und sich als Weltbürger fühlt, genießt man nicht selten die heimatlichen Klänge, die heimatlichen Genüsse, die heimatlichen Gewohnheiten. Fühlt man sich doch wenigstens mal für einen Moment wieder richtig Deutsch. Auf jeden Fall merkt man es dann richtig.

Erinnere mich selbst noch gerne daran, dass ich nach 7 Wochen in Indonesien zufällig in Surabaya auf ein indonesisches Restaurant stieß, das Sauerkraut, Bratwurst und Bratkartoffeln anbot. Ich liebe indonesisches Essen. Aber Sauerkraut nach diesen Wochen der Entbehrung, Sauerkraut so gekocht wie zu Hause, das konnte und wollte ich nicht stehen lassen.

Solche Moment geben vielen Menschen (wieder) das Gefühl deutsch zu sein. Sie fühlen sich erst dann mal wieder richtig, weit weg in der Ferne, in der Fremde deutsch. Begeistert, fast schwärmerisch habe ich nach meinem Aufenthalt in Indonesien von dieser deutschen Mahlzeit berichtet. Fühlte ich mich doch damals neugierig auf das Fremde und richtig deutsch.

Fremden, die es in ihrer Not nach Deutschland verschlagen hat, geht es bestimmt ähnlich. Mit einem kleinen Unterschied, dass ich damals die Wahl hatte und die Fremden in Deutschland heute nicht.

 

 

3 Gedanken zu “Deutsch-Fühl-Stunde”

  1. Die syrische Küche ist so ähnlich wie die libanesische, und die findet man ja in Deutschland (zumindest in Berlin).

  2. ..das kenne ich noch aus den 70ern. In Kalifornien gab’s damals weder Vollkornbrot, noch ordentlichen Käse, noch ein süffiges Bier mit Schaumkrone … und erst der Wein. „Liebfraumilch“ im Moselnachbau, widerlich pappsüß, lauwarm, es sei denn, man nutzte Eiswürfel, die dann wieder nach Chlor schmeckten.
    Das Einzige, was schon damals wirklich super war, war die Auswahl an Obst, das zwar als Dörrobst, verschrumpelt und getrocknet ziemlich mistig ausschaut, aber exzellent schmeckt.
    Und dann selbstverständlich die Walnüsse…
    Man kann sagen, was man will,
    was Ami’s haben’s drauf, Weinbau können sie mittlerweile..

  3. http://www.nytimes.com/2012/10/13/dining/13iht-wine13.html

    “ Postwar economic recovery and mass-market consumerism fueled demand for the bland, sugary white wine, named after a church in the nearby city of Worms. Much of it was produced from grapes grown in Rheinhessen and sold under kitschy brand names like Blue Nun, Black Tower and Goldener Oktober.“

    http://www.black-tower.de/en/black-tower-home

    https://en.wikipedia.org/wiki/Blue_Nun

    http://www.dailymail.co.uk/femail/food/article-1354736/Blue-Nun-wine-gets-makeover-tempt-female-palate.html

    Blue Nun – the world’s top-selling wine for 30 years – gets a makeover to tempt the female palate
    By SEAN POULTER FOR THE DAILY MAIL

    Read more: http://www.dailymail.co.uk/femail/food/article-1354736/Blue-Nun-wine-gets-makeover-tempt-female-palate.html#ixzz3oztdd2X2

    Blue Nun – the world’s top-selling wine for 30 years – gets a makeover to tempt the female palate

    http://www.theguardian.com/lifeandstyle/wordofmouth/2010/oct/20/german-wine-curse-blue-nun

    The curse of the Blue Nun

    Und schließlich: Salami gab es auch nicht.

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