Kleider machen Leute (oder: auf Digital-Deutsch #Jacketgate)

…heißt es im Volksmund. Wer kennt das nicht: man steht vorm Spiegel und wählt eine Kleidung, die der gegenwärtigen Stimmung entspricht oder einen in eine bestimmte Stimmung versetzen soll. Wie mag es Melanie Trump ergangen sein für den Fall, dass sie nicht einfach so und ganz zufällig die Zara-Jacke (für sage und schreibe € 39) mit dem heute viel diskutierten Schriftzug „Es ist mir wirklich egal – und euch?“ angezogen hat.

Sag mir, was du trägst und ich sag dir, wie du dich fühlst, könnte man auch aus der Außenperspektive sagen. Textilien, in die wir uns hüllen, haben Einfluss auf unser Wohlbefinden und auf unsere Leistungsfähigkeit, sagt schon langem die Wissenschaft.
Die Psychologen Adam Galinsky von der Northwestern Universität gemeinsam untersuchten zusammen mit dem deutschen Forscherkollegen Hajo Adam wie sich das Tragen von spezifischer Kleidung auf das Wohlbefinden auswirken kann. Allein schon das Überstreifen eines weißen Laborkittels kann die eigenen Fähigkeiten maßgeblich beeinflussen. In ihren Tests mit 58 Probanden kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass das Tragen des Kittels die Aufmerksamkeit der Probanden deutlich verbesserte. Die Erklärung für diesen verblüffenden Effekt: Physische Erfahrungen lösen entsprechende kognitive Assoziationen aus.

Darf man also bei Frau Trump einen solchen Effekt auch annehmen? Letztendlich ist dies egal, mir jedenfalls. Auf die Wirkung kommt es an. Gut dass sich so viele jetzt darüber den Kopf zerbrechen, spekulieren, verschwörungstheoretisch munkeln oder demonstrativ sich alles vom Leib halten wollen.

Wie gesagt, es mir egal ob Frau Trumps Aufmerksamkeit gesteigert ist oder nicht und warum sie diese Jacke angezogen hat. Entscheidend ist, dass für einen digital recht langen Augenblick unsere Aufmerksamkeit geweckt wurde.

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