Lindners plumper Versuch, chinesischer als Chinesen sein zu wollen

Der FDP-Chef begann seine Antrittsrede beim 70. FDP-Parteitag in Berlin auf Chinesisch. Warum denn nun dies, könnte man sich fragen? Ist das mal wieder ein besonderer Gag der gelben Spass-Partei? Möllemann und Westerwelle lassen grüßen.

Oder hat er sich das bei Trumps Enkelin abgeguckt, die Xi Jinping beim Besuch in Den USA mit einem Lied / Gedicht auf Chinesisch (Mandarin) zu verzaubern versuchte?

Oder konnte er es nicht verschmerzen, nicht Xis Eröffnungsrede beim Seidenstrassenkongress in Peking, der gerade auch begonnen hat, beiwohnen zu dürfen? Insgeheim doch auf Einladung Xis gehofft?

Im O-Ton outete sich der FPD-Chef  mit seinem Selbstversuch. „Nach Lage der Dinge“ müssten Schüler auch Chinesisch lernen, denn an China käme man nicht mehr vorbei. Er selbst hätte es versucht, aber wäre am „großen Brocken“ ( und damit meinte er die chinesische Sprache) gescheitert. (Er hat natürlich nicht das Wort „scheitern“ in den Mund genommen. Stattdessen drehte er den gescheiterten Selbstversuch pädagogisch oder auch oberlehrerhaft um, indem er betonte, dass, wenn unsere Kinder Chinesisch lernen würden, Chinesen lernen müßten, dass es sich lohnen würde, auch Deutsch und Englisch zu lernen. Als wenn Chinesen kein Deutsch und Englisch lernen würden?)

Indem sich Lindner in seiner Rede wieder einmal gegen die durch ihn als hypermoralistisch bezeichneten Fit-For-Future-Demonstranten wandte, hatte er wohl übersehen, dass es manchmal Sinn machen würd, sich selbst auch mal im Spiegel  zu betrachten, wenn er auf diese Art China die Leviten lesen will.

Chinesen, auch wenn sie nicht die Lindnerschen semantischen Spitzfindigkeiten verstehen würden, wären aber überzeugt, dass sich Lindner, wie manch anderer Westler, durch den unbeholfenen Sprach-Versuch, nämlich chinesischer als Chinesen sein zu wollen, schlichtweg lächerlich gemacht hätte.