One-Night-Stand mit Donald Trump

Endlich nach Jahrzehnten traf sie ihn. Sie traf Donald Trump.

Sie war spontan seiner wirklich nicht auszuschlagenden Verführung erlegen. Das elegante und entspannende Ambiente, gepaart mit exklusiver Seriosität, sollte ihren beruflichen Alltag vergessen helfen. Klassisch, einzigartig, spitzenmäßig und tatsächlich frisch sollte das sein, was sie dann zu erwarten hatte. Bei näherer Betrachtung wandelte sich die Vorstellung von einer Einladung zu einer überraschenden Hinwendung ihrerseits. Hinwendung zu einem Mann, dem sie sich noch nie hatte entziehen können.

Sie trafen sich, ohne dass jemand im besagten Moment überhaupt Notiz davon genommen hatte. Sie begegneten sich unerwartet, ganz spontan wie bei einem One-Night-Stand.

Allein schon das Entre verlockte sie aufs Vortrefflichste. Er hatte an nichts gespart. Nicht Kleckern sondern Klotzen war schon immer seine Devise. Und dabei meint er es tatsächlich ernst. Ist er doch ein seriöser und angesehener Geschäftsmann. Ehrlichkeit ist schon immer seine Devise gewesen. Eine Ehrlichkeit, die ihres Gleichen sucht. Man sieht ihn, man hört ihn, man schmeckt ihn und man liebt ihn. Ihn, diesen Donald Trump.

Mögen manche ihm dies gar neiden wollen, so trotzt er spielerisch, einem erfahrenen Choreographen gleich, der seine Erfahrung nicht vor sich hertragen muss, all diesen möglichen Anfeindungen. Nein, seine Risikobereitschaft ist kein lautstarker Angriff, auch wenn Einzelne das so wenden möchten. Spiegelt doch seine Risikobereitschaft das unmissverständliche Engagement für sein Gegenüber.

Gerade deshalb fühlte sie sich allein schon bei dem Gedanken ihn irgendwann mal tatsächlich treffen zu können, so wohl, so erleichtert, dass sie sich nur noch ihrer sinnlichen Leidenschaft hingeben wollte.

Gerade seine Selbst-Überzeugung hatte sie in den Bann gezogen. Diese unwiderstehliche Art von Selbst-Vertrauen. Diese unnachahmliche Verführungskunst. Ihr war es egal, ob sie ihn danach jemals wiedersehen würde. Allein schon der Moment seine unmittelbare Nähe in sich aufsaugen zu können, dieses Ensemble von locker zubereiteten Accessoires ließ ihre Sinne schwinden. Bereitwillig gab sie sich der stillen Erregung hin, seine unscheinbar und unaufdringlich wirkenden (Be-) Werbungskünste auszukosten. Gerade die unkonventionelle Auswahl seiner Zutaten spricht für ihn und seine überzeugte Persönlichkeit. Andere mögen wohl an dieser Stelle Anleihe am Denkmodell einer sogenannten narzisstischen Persönlichkeitsstörung machen wollen. Sie übersehen dabei, dass eine solche Einschätzung jeglicher, aber auch wirklich jeglicher, Berechtigung entbehrt. Hat Trump sich doch nachweislich noch nie einer psychologischen Bewertungskur unterzogen.

Nun, hier ein Beispiel: zeichnet sich z. B. ein griechischer Salat durch das Hinzufügen von mindestens einer Olive aus, so benötigt der Trumpsche Griechensalat hingegen solch ein einfaches Accessoir überhaupt nicht. Ganz in diesem Sinne, ganz im Sinne Trumpscher Selbst-Identifikation betört Trump seine für den One-Night-Stand Auserwählte mit außergewöhnlich individuellen Zutaten. Ist doch gerade diese unkonventionelle, stets für eine Überraschung gut seiende, Individualität berühmt (und wiederum nachweislich nicht berüchtigt). Stellen Sie sich vor, Sie wären besagte Dame und würden IHN zum One-Night-Stand treffen? Stellen Sie sich vor, Sie wären die Auserwählte, Sie wären die Alleinige, welche sich ihm hingeben dürfte? Denkt nicht jede Frau so in der unendlichen und aufgewühlten Tiefe ihrer Sehnsucht?

Jeden Moment eine neue Überraschung auskostend begannen ihr die Sinne zu schwinden. Sie merkte, dass es nicht um besagte Olive ging. Nicht um die wiederkehrende, vertraute oder gar bekannte Sinnlichkeit im Beisammensein mit einer solch beeindruckenden Persönlichkeit. Nein, die (Un-) Endlichkeit und die (Un-) Tiefe menschlicher Überraschung, die der männlichen Magie, die der Welt sexueller Geheimnisse hatten Besitz von ihr ergriffen. Sie total betört, sie wie ein Schwindel gepackt.

Niemand wird das besser nachempfinden können als diejenigen Frauen, die IHN trafen und noch treffen werden. Diejenigen, die er zum globalen One-Night-Stand eingeladen hatte. Niemand wird das besser mitempfinden können als diejenigen Männer, die stolz darauf sind, aus gleichem Holz geschnitzt zu sein. Auch wenn sie nur eine Portion der imaginierten Teilhabe aus der Ferne geliehen bekommen.

Sie wird die Begegnung mit Trump wohl stets in ihrem Herzen tragen. Ihre zukünftige Sehnsucht wird wohl unstillbar bleiben. Ganz erfüllt vom abenteuerlichen One-Night-Stand, nachdem es nur noch heißt: einmal und nie wieder.

Bitte um Diskretion:

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Faktencheck (obligatorisch):

Frei nach Tina Nguyen von Vanity Fair (2016-12-14) sowie Trump Tower Grill, New York

Fachexpertise:

Frei nach Fritz Perls, Psychoanalytiker und Gestaltpsychotherapeut (1893 – 1970). Perls` Expertise fußt auf der Erkenntnis, dass es eine enge Verbindung dazwischen gibt, wie man isst und wie man Sex hat. Auch wenn ich gestehen muss, selbst nicht bei besagtem One-Night-Stand dabei gewesen zu sein, lassen sich gewisse Rückschlüsse daraus ziehen, wie es in Trump`s Küche, sprich in seinem Haus- und Hofgrill, aussieht. Kann man doch annehmen, dass er seine Handschrift auch dort nicht leugnet. In diesem Fall heißt das: Ambiente, Angebot der Speisen und Spezifisches Ensemble der persönlichen Besonderheit lassen berechtigterweise Rückschlüsse darauf zu, wie wohl Trump`s Eß-, besser sprich, Genussverhalten ist. Und na ja, den Rest wird man sich als kundiger Leser wohl denken können. Oder sollte ich mich in Ihnen getäuscht haben?

 

 

4 Gedanken zu “One-Night-Stand mit Donald Trump”

  1. @Ulrich: Großartig! Hätten Sie „Fifty Shades of Grey“ geschrieben, wäre es ein Buch geworden, das zu lesen sich gelohnt hätte. Ist hier vielleicht auch ein bisschen „Ich habe es geschafft, dass Er mich will und sei es auch nur einmal“ dabei? Dass Er auf Sie abfärbt und sich die Großartigkeit überträgt? Dass es anschließend egal ist, was Er tut, Hauptsache, frau ist durch Ihn an der Macht, selbst, wenn es ihr schadet? Und vielleicht färbt sogar noch diese Chuzpe ab und frau darf von nun ab mehr wollen, mehr zeigen? Dabei denke ich an: „Die Männer reden immer von der Frau, die ihr Begehren offen zeigt, aber wehe, sie kommt wirklich“ – Ein Trump hätte daran doch wohl sein kurzes Vergnügen. Oder nicht?

  2. „Denkt nicht jede Frau so in der unendlichen und aufgewühlten Tiefe ihrer Sehnsucht?“
    Da bin ich mir nicht so ganz sicher…

    Immerhin erschien 1980 das Buch: „Der einzige Weg, Oliven zu essen und andere intime Geständnisse“, das angeblich von zwei Frauen geschrieben worden war.

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