Trump wurde von Gott gewählt und nicht von Amerikanern

Im Rahmen der Verteidigung der US Einwanderungspolitik hat US-Justizminister Jeff Sessions das Vorgehen mit einem Bibelzitat gerechtfertigt. „Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat“.

Gut, dass nun folgendes klar ist: weder haben irgendwelche Amerikaner Trump und seine Regierung gewählt, noch ist die Wahl durch russische Internettrolle manipuliert. Gott war es. Gut, das zu wissen, kann Mueller doch nun seine Ermittlungsakte schließen. Denn eins ist klar, Gott ist nicht russisch.

3 Gedanken zu “Trump wurde von Gott gewählt und nicht von Amerikanern

  1. „Denn eins ist klar, Gott ist nicht …“
    Chapeau!

    Genialer Satz, der (mir) sowohl Ironie, als auch Machtmissbrauchspotenzialität aus dem Kontext gerissener Setzungen unter Auslassung komplementär, polarer Ergänzungssetzungen zur jeweiligen Relativierung des jeweils Anderen, schlagartig ins Bewusstsein ruft.

    Einfach gesagt: Der Satz offenbart selbstoffenbarte, unübertreffliche Ignoranz und Dummheit von Jenen, welche, ihre eigene völlig entgrenzte Machtbefugnis mit absoluten Formeln und Setzungen „von Gott legitimiert“ zementieren wollen.

    Die Verwendung normativer Totschlagargumente bewirken genau das, was damit nur erreicht werden kann: sie wirken toxisch und selbstimmunisierend auf die eigene Lernbefähigung. Sie erschlagen jede Kritik von Außen im Keim und töten kommunikative Beziehungsfähigkeit die einen Mehrwert an Erkenntnis und Fortschritt verspricht, z.B. um mit Humor und Offenheit gegenüber oppositioneller Abweichungen und Abweichlern reagieren und diese integrieren zu können. Sie zementieren zuvor konstruierte, unversöhnliche Feindschaft fördernde Sündenböckmythen. Stellvertretende Bestrafung und Satisfaktion des Sündenbocks, bis zum Äußersten (Krieg!), für eigene der Verantwortungslosigkeit geschuldeten Fehler sind (leider) vorhersehbare Konsequenzen.

    Wer aufmerksam selbst nachliest, dem zeigt sich, in welchem Zusammenhang Paulus (und andere), wem gegenüber diesen Satz geschrieben hat, und was er und andere Bibelautoren, die sich insbesondere als Nachfolger Jesu, als ihres Herrn berufen noch sagte, zur komplementären Ergänzung und jeweiligen Machtbegrenzung.

    Von Jesus stammt die einfache Unterscheidung: „Gebt Gott was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist.“

  2. ja, aber wieso macht denn dann dieser Mister Attorney General , namens Jeff Sessions einen derartigen Streß
    https://www.msnbc.com/morning-joe/watch/ag-jeff-sessions-gets-a-case-of-the-lying-disease-1261647939680?playlist=associated
    wenn es doch heißt,
    „Lasset die Kindlein zu mir kommen, denn ihrer ist das Reich Gottes“ .
    Versteht das irgendwer?

    Mal abgesehen davon, daß eine derartige Unterschlagung und ein Nochtbefolgen wesentlicher Bibeltexte absolut sträflich ist, kann doch ein an „lying disease“ Leidender, mit einer chronisch die Realitäten verzerrenden Wahrnehmung, nicht (mehr) als US-Minister im Amt bleiben wollen, oder?

  3. Mr. Trump ist doch „keine“ Ausnahme „von GOTT“ gewählt zu sein:
    Hitler, Elisabeth von England, Caesar und dann die „heiligen Väter“,
    genannt „Papst“. Diese Liste liesse sich unendlich fortsetzen, aber jeder
    Mensch auf diesem Planeten schreibt seinen Lebenslauf.
    Möge ein jeder allmählich erkennen, wie kostbar es ist, achtsam und
    wertschätzend mit sich selbst umzugehen! Dieser Planet sollte ein
    Paradies sein, aber die Menschen haben aus ihm „Planet GULAG“
    gemacht.

    Gundy
    04.07.2018

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