34. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Wenn die nächsten Nutzer/innen hereinkommen, sollten wir die letzten bereits vergessen haben. Beispiele dafür, wie wir unsere Vorsätze, Theorien und Methoden vergessen, weil wir gerade etwas erleben, wovon wir stark in Anspruch genommen werden, kennen sicherlich viele von uns aus eigener Erfahrung. Um wieder möglichst vollen Zugriff auf unsere Ressourcen zu bekommen, hilft uns das … weiterlesen

33. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Der Unterschied zwischen „einfachen“ und „schwierigen“ Klienten besteht darin, dass die einen zu vielem „Ja“ sagen, während die anderen zumeist sagen: „Ich denke darüber nach“. Vielleicht kennen wir alle dieses Gefühl, dass uns manche Interaktionen sehr fordern, uns persönlich und fachlich alles abverlangen. Im Alltag sozialen Arbeitens kommt es leicht zu Gedanken und Gefühlen, die … weiterlesen

32. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Carpe colloquium! Carpe colloquium heißt „Nutze das Gespräch“. Aber wofür? Beobachten wir die Praxis, werden wir vielleicht feststellen, dass Fachkräfte wissen, zu welchem Zweck sie Gespräche führen. Dazu werden sie sich zunächst möglicherweise an der Aufgabenbeschreibung der Organisation orientieren, in der sie beschäftigt sind. Allerdings wissen die Fachkräfte auch, dass diese Aufgabenbeschreibung einseitig ist. So … weiterlesen

31. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Die Grenzen unserer Begriffe sind die Grenzen unseres Begreifens. Im Tractatus logico-philosophicus schreibt Ludwig Wittgenstein: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Die Welt sei das Universum, und die Sprache sei die Art und Weise, das Instrument, wie dieses Welt-Universum mittels begrifflichen Unterscheidungen erzeugt wird. Für uns steckt hier die Einsicht, dass wir … weiterlesen

30. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Postmodern zu arbeiten bedeutet: renitent zu bleiben gegenüber vereinfachenden Komplexitätsreduktionen. Postmodern zu handeln bedeutet, Widersprüche anzuerkennen, Vielfalt zu achten und den Dialog zu pflegen. Renitenz, also eine Form von Widerspenstigkeit empfiehlt sich insbesondere gegenüber Vereinfachungen, Steuerungsansprüchen, Vereinseitigungen und Kategorisierungen. Vereinfachung (Trivialisierung) bezeichnet die Vorstellung im Umgang mit psychischen und sozialen Systemen, dass die Umformung von … weiterlesen

29. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Willst du dich von neuem sehen, brauchst du nur fünf Schritte gehen. Für die Soziale Arbeit sollte elementar sein, dass wir uns als Fachkräfte auf die Gegebenheiten und Möglichkeiten vorbereiten, mit denen wir im professionellen Alltag konfrontiert werden könnten. Das dafür wertvollste und weitreichendste Instrument ist das absichtsvolle und zweckgebundene Unterscheiden. Jede Unterscheidung kann einen … weiterlesen

28. Leitsaz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Systemisches Arbeiten bedeutet, Probleme und Lösungen aus vielen Perspektiven zu betrachten (mehrperspektivisches Vorgehen), fachliche Grenzen zu überschreiten (transversales Vorgehen) sowie Unterschiede im Denken, Fühlen und Handeln anzuregen und deren Entwicklung zu beobachten (differenztheoretisches Vorgehen). Systemisch arbeiten kann nicht nur den Blick auf das so genannte „Ganze“ und methodisch nicht nur die Auftragsklärung, das Zirkuläre Fragen, … weiterlesen

27. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Professionalisierung beginnt mit der dreifachen Antwort auf die Frage: Wozu? Die erste Wozu-Frage betrifft das eigene Handeln: Wozu handele ich, wie ich handele? Hier ist es wichtig, als Professionelle/r zu sehen, dass in dem Augenblick des Handelns nicht zugleich das Handeln reflektiert werden kann. Das Tempo von Interaktion ist dafür zu hoch. Wie gehandelt, d.h. genauer … weiterlesen

26. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

„Verwahrlosung“ wird üblicherweise auf unsere Nutzer/innen bezogen. Ohne Theorien und Methoden aber „verwahrlosen“ wir als Fachkräfte. Wir sind nicht glücklich mit dem irreführenden Begriff „Verwahrlosung“, obwohl er leider sogar noch im Grundgesetz (Artikel 6, Absatz 3) zu finden ist. Allzu leicht werden Laut- und Bedeutungsebene verwechselt oder unbemerkt in eins gesetzt. Was deutet sich sprachlich … weiterlesen

25. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Handle nach der Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz für professionelles Handeln werde. Ihnen kommt der Leitsatz irgendwie bekannt vor? Genau, er ist in seiner Struktur an den kategorischen Imperativ (KI) von Immanuel Kant angelehnt. Dieser lautet: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass … weiterlesen