66. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

Evidenz heißt das neue Brecheisen in der Sozialen Arbeit, um deren Ambivalenzen endlich zu bezwingen.

Seit Beginn ihrer Entwicklungsgeschichte ist die Gesellschaft, sind die Menschen auf der Suche nach Gewissheit. Sie sind beseelt von der Möglichkeit, sich über bestimmte Methoden des Forschens ein wahrhaftiges und eindeutiges Wissen über Gott, den Menschen und die soziale Wirklichkeit zu verschaffen. Mit dem Rücken an die postmoderne Wissenschaftskritik gelehnt hatten wir oben ausführlich dargelegt, dass diese Suche auf unüberwindbare Grenzen stößt, die in unserer Weise des Erkennens selbst angelegt sind.

Die Erkenntnis des Schwunds an Gewissheit ist kein alleiniges Verdienst der postmodernen Wissenschaftstheorie. Schon die moderne Wissenschaft war angetreten, ein dem Augenschein widersprechendes kontra-evidentes, methodisch vermitteltes Wissen zu produzieren. Hier treffen sich die wissenschaftlichen Blicke von Moderne und Postmoderne. Allerdings könnte die neue Suche nach Evidenz, d.h. nach Wirkungs- und Veränderungswissen, insbesondere auf die von der Postmoderne angestoßene Relativierung von Wissen und Vernunft reagieren. Diese Suche der Legitimierung des Wissens durch Evidenz gleicht der Suche nach dem heiligen Gral, der sämtliche Probleme der Menschheit lösen könnte. Doch die Gralshüter dieser Glückseligkeit sind von der Politik geförderte und instrumentalisierte Expert/innen und nicht die Betroffenen. Denn um diese mit ihrem lokalen und tradierten Wissen geht es nicht. Es geht auch nicht um Soziale Arbeit in ihrer täglichen Praxis. Vielmehr zielt evidenzbasierte Forschung auf eine durch Steuerungsphantasien angetriebene Weise der Umgestaltung öffentlicher wohlfahrtsstaatlicher Angebote, veränderter Erbringungskontexte und Erbringungsformen sozialer Dienste.

Wir bezweifeln nicht, dass eine evidenzbasierte Forschung zur Sozialen Arbeit bestimmte wertzuschätzende Zwecke und Aufgaben hat. Wer Gesellschaft auf demokratische Weise mitgestalten will, braucht Gewissheit in Form von evaluativem Wissen darüber, dass Sozialwohnungen, Drogenbusse und Jugendtreffs einen Nutzen haben und ihre Wirkungen erzielen. So weit, so gut! Wie aber und unter welcher Deutungshoheit werden Nutzen und Wirkung bestimmt? Unter welchen ethischen Rahmenbedingungen werden diese Wirkungen erzielt? In welcher Weise werden die Auswirkungen dieser Forschung von Akteuren und Beteiligten mit unterschiedlicher Expertise diskutiert? So weit, so schlecht!

Wir bezweifeln, dass evidenzbasierte Forschung ihre eigenen Begrenzungen nicht nur kennt, sondern gar reflektieren kann. Wenn nämlich Wissen über sogenannte Evidenzstufen hierarchisiert wird, geraten andere Wissensformen und deren Nutzen zwangsläufig ins Hintertreffen. Wie im einzelnen Fall und dessen Kontext eine Hilfe ausgestaltet werden sollte, lässt sich nicht durch statistische Wahrscheinlichkeiten beantworten. Genauso wenig wie sich Zahlen über Hilfeabbrüche eine Bedeutung entnehmen lässt, genauso wenig lässt sich der Sinn einer Hilfe arithmetisch bestimmen.

Systemisch betrachtet artikuliert ein „evidenzbasiertes Vorgehen“ ein sozialtechnologisches Steuerungsversprechen, das für die soziale Praxis mit autonom operierenden Systemen gleichermaßen unrealistisch wie inkompatibel ist. Was also kann die sozialpädagogische und sozialarbeiterische Praxis mit evidenzbasierten Wissensbeständen anfangen? In den Blick gerät damit die klassische Frage nach dem Verhältnis von Theorie und Praxis bzw. von verschiedenen Wissensformen, die die wissenschaftlich orientierte Soziale Arbeit seit Beginn umtreiben. In den Blick geraten unweigerlich auch mehrperspektivisch konstituierte Ambivalenzen wie die von Beobachten und Erfahren, Verstehen und Erklären, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung, Inklusion und Exklusion, Macht und Ohnmacht, etc.

Das Brecheisen der Evidenz mit ihren machtvollen Ansprüchen auf Wahrheit wird wie bisher, so bleibt aus Sicht der sozialen Praxis zu hoffen, an der Ambivalenz scheitern bzw. von ihr stark relativiert. Denn Ambivalenz, von uns verstanden als sinnhaftes Zugleich von Wirklichkeit und Möglichkeit, hält aus sich selbst heraus immer mindestens zwei praktische Anschluss- und Deutungsmöglichkeiten offen. Erstens, dass die eine Wirklichkeit auch eine andere sein könnte und zweitens, direkt daraus ableitbar, dass eine Erkenntnisweise von Wirklichkeit mindestens eine zu wenig ist.

15 Gedanken zu “66. Leitsatz für eine systemische Soziale Arbeit. Wirth/Kleve: Die postmoderne Ermöglichungsprofession

  1. Lieber Heiko Kleve, lieber Jan!
    Vielen Dank für diese sicherlich mühevolle (so viel Sinn für Detail und Gründlichkeit) und liebevolle (so viel Umsicht und kostenloses Zur-Verfügung-Stellen) Arbeit.
    Es war ein großes Vergnügen, jedes einzelne Kapitel zu lesen, die Entwicklung zu verfolgen und Eurem Denken näher zu kommen.
    Danke auch für die Antworten auf Kommentare, ich werde die Leitsätze ganz sicher immer wieder weiterempfehlen.
    Herzlich
    GP

  2. @2 Liebe Gitta Peyn, herzlichen Dank für die Rückmeldung! Wir werden das Leitsatzprojekt weiterführen. Es wird hoffentlich bald eine schöne Überraschung dazu geben! Die Leser/innen dürfen gespannt sein. 😉

  3. Liebe Gitta,

    Du hast eine nicht unerhebliche Menge beigetragen durch dein aufmerksames und differenziertes Feedback. Herzlichen Dank dafür, natürlich auch an die anderen Kommentator/innen!

    Viele Grüße, Jan

  4. … un wo simmer jetzerd?
    beim Hornbach oder bei OBI …
    immer diese Terrassen beide Ferien-PIanungen ,
    statt dass mer kley e Formsach eiplane dät.
    gell, Eich sin die Handwerker ausgang zwischedrin,
    kann ich mer vorstelle,
    bei dem ganse Rumgemurkse do
    kummer alsemoo vor wie imme falsche Film.

  5. Gut so:
    „Erstens, dass die eine Wirklichkeit auch eine andere sein könnte und zweitens, direkt daraus ableitbar, dass eine Erkenntnisweise von Wirklichkeit mindestens eine zu wenig ist.“

    Ein Lob insofern dem „gesunden Zweifel“ und der Ambivalenz,
    zumal nicht alles, was beim oberflächlichen Hinschauen oder auch unter eingehender Betrachtung in gewohnter binärcodierter Kausal-Verkopplung nicht nur als evident, sondern gleichzeitig auch – da als Q.e.d.- nachvollziehbar und beweisbar als „reine“, da mathematisch wie statistisch via Peergroups überprüfbare Wahrheit erscheint.

    Wir wissen spätestens seit Gödel, daß eine mathematische, in sich stringente Beweisführung nichts über deren Wahrheitsgehalt aussagt. Noch läßt sich aus derartigen ergebnissen irgendeine Aussage treffen, über die Tauglichkeit eine derartigen Ansatzes und dem entsprechende Ergebnis in Anwendung auf einen bestimmten Kontext.

    Ergo?
    „Evidenzbasiert und Peergroup reviewed“ besagt lediglich daß innerhalb eines bestimmten Ansatzes das Ergebnis auch folgerichtig und in sich schlüssig ist.

    Nicht mehr und nicht weniger.

    „Evidenzbasiert und Peergroup reviewed“ kann in der sozialen Arbeit auch nicht belegen, daß der Ansatz richtig und -bis hin zum schlimmsten Fall-nicht bereits vom Ansatz und der Zielrichtung her ideologisch infiltriert und verblendet ist.

    Und genau an diesen sozialen Brennpunkten müssen abgrenzende und weiter differenzierende Unterschiede gesetzt werden.
    Unterschiede, die Zeichen setzen und zuallererst darüber befinden, zu entscheiden:
    Das ist und kann keine Lösung sein …

    was im Klartext – in den jeweiligen Kontext der sozialen Arbeit übertragen- bedeutet, daß man es nicht – aus Gewohnheit, Ignoranz bzw. weil man es nicht anders gelernt hat- dem alleinigen Urteil der eigenen Peergroup – beläßt und auch den Mut fasst, unentscheidbare Fragen zu entscheiden, um bereits den Ansatz in Zweifel zu ziehen und zu hinterfragen.
    Und sei es auch nur im Hinblick auf die Grundhaltung und Einstellung im Hinblick auf die korrekten Anwendung eines methodischen Vorgehens.

    Insofern gilt es, auch frühzeitig bereits unentscheidbare Fragen zu entscheiden und anhand von Unterschieden auch Grenzen zu setzen, was absolut nicht geht und was auch – unter pompöser Verschleierung- nicht weiter diskutabel und tolerabel sein kann und wird.

    Aber dazu bedarf es keines „Brecheisens der Evidenz“,
    sondern des Muts auch unentscheidbare Fragen auch einmal einfach, klar, unmißverständlich zu entscheiden

    „Das Brecheisen der Evidenz mit ihren machtvollen Ansprüchen auf Wahrheit wird wie bisher, so bleibt aus Sicht der sozialen Praxis zu hoffen, an der Ambivalenz scheitern bzw. von ihr stark relativiert.“

    Viel Glück weiterhin …

  6. Gut so:
    „Erstens, dass die eine Wirklichkeit auch eine andere sein könnte und zweitens, direkt daraus ableitbar, dass eine Erkenntnisweise von Wirklichkeit mindestens eine zu wenig ist.“

    Ein Lob insofern dem „gesunden Zweifel“ und der Ambivalenz,
    zumal nicht alles, was beim oberflächlichen Hinschauen oder auch unter eingehender Betrachtung in gewohnter binärcodierter Kausal-Verkopplung nicht nur als evident, sondern gleichzeitig auch – da als Q.e.d.- nachvollziehbar und beweisbar als „reine“, da mathematisch wie statistisch via Peergroups überprüfbare Wahrheit erscheint.

    Wir wissen spätestens seit Gödel, daß eine mathematische, in sich stringente Beweisführung nichts über deren Wahrheitsgehalt aussagt. Noch läßt sich aus derartigen ergebnissen irgendeine Aussage treffen, über die Tauglichkeit eine derartigen Ansatzes und dem entsprechende Ergebnis in Anwendung auf einen bestimmten Kontext.

    Ergo?
    „Evidenzbasiert und Peergroup reviewed“ besagt lediglich daß innerhalb eines bestimmten Ansatzes das Ergebnis auch folgerichtig und in sich schlüssig ist.

    Nicht mehr und nicht weniger.

    „Evidenzbasiert und Peergroup reviewed“ kann in der sozialen Arbeit auch nicht belegen, daß der Ansatz richtig und -bis hin zum schlimmsten Fall-nicht bereits vom Ansatz und der Zielrichtung her ideologisch infiltriert und verblendet ist.

    Und genau an diesen sozialen Brennpunkten müssen abgrenzende und weiter differenzierende Unterschiede gesetzt werden.
    Unterschiede, die Zeichen setzen und zuallererst darüber befinden, zu entscheiden:
    Das ist und kann keine Lösung sein …

    was im Klartext – in den jeweiligen Kontext der sozialen Arbeit übertragen- bedeutet, daß man es nicht – aus Gewohnheit, Ignoranz bzw. weil man es nicht anders gelernt hat- dem alleinigen Urteil der eigenen Peergroup – beläßt und auch den Mut fasst, unentscheidbare Fragen zu entscheiden, um bereits den Ansatz in Zweifel zu ziehen und zu hinterfragen.
    Und sei es auch nur im Hinblick auf die Grundhaltung und Einstellung im Hinblick auf die korrekten Anwendung eines methodischen Vorgehens.

    Insofern gilt es, auch frühzeitig bereits unentscheidbare Fragen zu entscheiden und anhand von Unterschieden auch Grenzen zu setzen, was absolut nicht geht und was auch – unter pompöser Verschleierung- nicht weiter diskutabel und tolerabel sein kann und wird.

    Aber dazu bedarf es keines „Brecheisens der Evidenz“,
    sondern des Muts auch unentscheidbare Fragen auch einmal einfach, klar, unmißverständlich zu entscheiden

    „Das Brecheisen der Evidenz mit ihren machtvollen Ansprüchen auf Wahrheit wird wie bisher, so bleibt aus Sicht der sozialen Praxis zu hoffen, an der Ambivalenz scheitern bzw. von ihr stark relativiert.“

    Viel Glück weiterhin …

  7. Gut so:
    „Erstens, dass die eine Wirklichkeit auch eine andere sein könnte und zweitens, direkt daraus ableitbar, dass eine Erkenntnisweise von Wirklichkeit mindestens eine zu wenig ist.“

    Ein Lob insofern dem „gesunden Zweifel“ und der Ambivalenz,
    zumal nicht alles, was beim oberflächlichen Hinschauen oder auch unter eingehender Betrachtung in gewohnter binärcodierter Kausal-Verkopplung nicht nur als evident, sondern gleichzeitig auch – da als Q.e.d.- nachvollziehbar und beweisbar als „reine“, da mathematisch wie statistisch via Peergroups überprüfbare Wahrheit erscheint.

    Wir wissen spätestens seit Gödel, daß eine mathematische, in sich stringente Beweisführung nichts über deren Wahrheitsgehalt aussagt. Noch läßt sich aus derartigen ergebnissen irgendeine Aussage treffen, über die Tauglichkeit eine derartigen Ansatzes und dem entsprechende Ergebnis in Anwendung auf einen bestimmten Kontext.

    Ergo?
    „Evidenzbasiert und Peergroup reviewed“ besagt lediglich daß innerhalb eines bestimmten Ansatzes das Ergebnis auch folgerichtig und in sich schlüssig ist.

    Nicht mehr und nicht weniger.

    „Evidenzbasiert und Peergroup reviewed“ kann in der sozialen Arbeit auch nicht belegen, daß der Ansatz richtig und -bis hin zum schlimmsten Fall-nicht bereits vom Ansatz und der Zielrichtung her ideologisch infiltriert und verblendet ist.

    Und genau an diesen sozialen Brennpunkten müssen abgrenzende und weiter differenzierende Unterschiede gesetzt werden.
    Unterschiede, die Zeichen setzen und zuallererst darüber befinden, zu entscheiden:
    Das ist und kann keine Lösung sein …

    was im Klartext – in den jeweiligen Kontext der sozialen Arbeit übertragen- bedeutet, daß man es nicht – aus Gewohnheit, Ignoranz bzw. weil man es nicht anders gelernt hat- dem alleinigen Urteil der eigenen Peergroup – beläßt und auch den Mut fasst, unentscheidbare Fragen zu entscheiden, um bereits den Ansatz in Zweifel zu ziehen und zu hinterfragen.
    Und sei es auch nur im Hinblick auf die Grundhaltung und Einstellung im Hinblick auf die korrekten Anwendung eines methodischen Vorgehens.

    Insofern gilt es, auch frühzeitig bereits unentscheidbare Fragen zu entscheiden und anhand von Unterschieden auch Grenzen zu setzen, was absolut nicht geht und was auch – unter pompöser Verschleierung- nicht weiter diskutabel und tolerabel sein kann und wird.

    Aber dazu bedarf es keines „Brecheisens der Evidenz“,
    sondern des Muts auch unentscheidbare Fragen auch einmal einfach, klar, unmißverständlich zu entscheiden

    „Das Brecheisen der Evidenz mit ihren machtvollen Ansprüchen auf Wahrheit wird wie bisher, so bleibt aus Sicht der sozialen Praxis zu hoffen, an der Ambivalenz scheitern bzw. von ihr stark relativiert.“

    Viel Glück weiterhin …

  8. Vielen Dank!

    „nicht weiter diskutabel und tolerabel“ — Was denn? Vielfalt? Bin dabei!

    „des Muts auch unentscheidbare Fragen auch einmal einfach, klar, unmissverständlich zu entscheiden“ — Ich habe nichts gegen Mut, solange die Beteiligten und Betroffenen ihn passend finden. – Vielleicht ist das auch gar kein Mut, sondern die in die Aktion ausweichende Angst vor Unbestimmtheit, Ungewissheit und Unsicherheit, die den Boden wegreißt, das Vertraute mitsamt der Kloake wegspült und alles ins andere Licht setzt?

    Ist das Ihre Hölle, der Sie bei ihrem – nun ja banal-lächerlichen – Terassenbau aus dem Weg gehen?

    Bleiben Sie dran!

    Viele Grüße!

  9. Aha, Meister Wirth,
    … so darf ich Sie als Dozent und Dekan einer/Ihrer(?) staatlich anerkannten Privatschule doch nennen, oder?
    Ich vernehme, daß ich störe und vernehme auch, daß Ihnen das, was ich -erinnernd- zu bedenken angeregt hatte, nun als -bemängelnd angesehen und bewerte – doch nicht so ganz in ihren didaktischen Kram zu passen scheint.

    Wie sonst kommen Sie darauf, mir mit Ihren abwertenden Bemerkungen, wie – ich zitiere-:
    „Ist das Ihre Hölle, der Sie bei ihrem – nun ja banal-lächerlichen – Terassenbau aus dem Weg gehen?“
    Meinen Sie, Sie säßen nun einmal auf Ihrer schön hergerichteten sozialen Terrasse im gewohnheitsmäßig im Ihnen -Ihren Wünschen gemäß -zu Pass gekommen Himmel und könnten fürderhin andere Leute , die Ihnen mit irgendwelchen Einwänden auf Basis der Sozialen Systeme kommen, unmittelbar-abwertend. mit Dreck beschmeißen?

    Anders gefragt: Haben Sie das wirklich nötig? Derart unmittelbar ausfallend persönlich zu werden, zumal Sie mich wie auch meinen Hintergrund garnicht persönlich kennen?
    Es mag ja durchaus sein, daß Sie etliches in meinen Kommentaren gelesen haben, das Ihnen nicht gefallen haben könnte.
    Falls dem so wäre, wovon ich bei Ihrer gewiß sehr kurzen Aufmerksamkeitsspanne angesichts langatmiger Kommentare ausgehe, berechtigt Sie das dann, unmittelbar derart persönlich zu werden?
    Sorry, mit einer -aus offensichtlich aus persönlichen Mimositäten erwachsenen, sich an irgendwelchen Triggern festhakenden und gleichzeitig derart vom Thema ablenkenden Manier haben Sie bei mir keinerlei Chancen.

    Na klar, bleib ich dran, wie Sie es mir ja auch wünschten, Herr Wirth. Darauf können Sie sich verlassen.
    Ich klinke mich immer wieder ein, vor allem dann, wenn es sich um die Einhaltung systemischer Prinzipien und um im weiteren Sinne um die Übersetzung und Übertragung der LoF und der Kybernethik Heinz von Foersters im praktischen Ansatz dreht.
    Sollten hierbei offensichtliche Fehler auftauchen, dann störe ich immer wieder gerne, gleichgültig wann, wo und wen auch immer. Schließlich bin ich lange geübt darin, den Finger dort in die Wunde zu legen, wo es im Zweifel auch richtig zu schmerzen vermag. Besonders dann, wenn es sich dabei ums Soziale mit Verweis auf die Selektion individueller Systeme dreht, innerhalb dessen sich dysfunktionale Grundeinstellungen entlang parasitärer Haltungen in sozialen Systeme cancerogen zu verbreiten suchen, passen die Einwände gewöhnlich meistens nicht. Vor allem dann nicht, wenn im Zweifel auch einmal ganz radikal exkludierende Störmuster eingebracht werden.

    Gerade an diesen Stellen „back tot he roots“ bleibe ich dran, ob es dem jeweiligen Gegenüber gerade in den Kram passt oder nicht. Und sorry, die Sprache eines gebürtigen Hesse(n) ist und bleibt dabei mir weitaus näher als die eines in Thüringen und Sachsen sozialisierten – und mittlerweile wieder eingemeindeten- Mitbürgers. Das ergibt sich im Grunde aus der „Haltung“ , die sich durchaus auch, wie FBS erwähnte, nicht nur als orthopädische Fehlstellung zu manifestieren vermag, sondern durchaus auch als Spalt im Zwischenkieferknochen. Was sich im übrigen auch in letzter Konsequenz dann auch Form von Maulsperren manifestieren vermag. Vgl. hierzu u.a. FBS zur „Identität im Osten mit dem Kernsatz „Wenn die Innenseite der Selbst-Definition entleert wird, dann hilft ein definierendes Außen. Mit anderen Worten: Wer nicht weiss, wer er ist, der kann sich daran orientieren, wer er nicht ist oder nicht sein will.“
    In diesem Zusammenhang darf ich Sie auch an Ihre eigene Aussage erinnern (vgl. Kommentare zum 65. Leitsatz) „Theorien, die keine praktische Bedeutung für das Gemeinwohl aufzeigen können, sind für das Gemeinwohl praktisch bedeutungslos.“ , gefolgt von dem Link zu einem Vortrag innerhalb der ted.com talks
    Nun weist wiederum die Systemtheorie seit langem zwar einen unvergleichlichen Erfolgsweg, speziell in den sozial edukatorischen, integrativ geprägten Bereichen auf. Nur scheint es -insbesondere bei der korrekten Anwendung der naturwissenschaftlich basierten Theoriezweige immer noch erheblich zu hapern. Kein Wunder also, sofern man, die-von den Sowis üblicherweise in der „garbage can“ gelagerten naturwissenschaftlichen Partitionen wegläßt bzw. gar ganz unterschlägt. Evidenz basiert erkennt jedoch mittlerweile nahezu jedes Textanalyseprogramm auch falsche Vorzeichen bereits im Vorfeld. Und spätestens seit Luhmann dürfte klar sein, daß die Weiterentwicklung dieser Technik, einer Soziologie, die sich nicht auf ihre -auch mathematischen und biophysikalischen Grundlagen zu stützen vermag unter Anwendung via CPF, sprich im Copy-Paste-Fake-Verfahren, dem Renommée der ST auch absolut existenzbedrohlich gefährlich werden könnte
    Hier gilt bekannterweise „Principiis obsta …“, dies aber bitte nicht nur auf rhetorisch falsch zitierender Ebene im Epistoschwafel-Modu, wie in den verlagseigenen Blogs bereits und immer mal wieder -durchaus mit Vehemenz- bemängelt. Es gilt hier nämlich auch die Empfehlung, sofern man keine Ahnung hat von den Grundlagen der ST, sofern man auch weitestgehend -auch unerkannt- farbenblind ist und sich auf dieser Basis allzugerne in Kurz- und Trugschlüssen verliert, sollte man sich dazu entweder schlau machen . Oder auch schlicht und einfach zu einem dargebotenen Thema einmal gepflegt die Schnauze halten
    Ersteres, sprich, sich schlau zu machen, sofern man dies will, ist möglich z.B. auch im Fußnoten-FESI-Modus (FESI=falls es sie interessiert. [ als Anmerkung: Dies entspricht der Umsetzung und Anwendung von literarisch gefaßten Dokumentationen bekannten und geübten Technik , als FESI bezeichnet von David Foster Wallace, wodurch in Fußnoten wesentliche Aussagen und Punkte der Geschichte transportiert werden können]
    Zurück zu „Prinzipiis obsta ,…) Es reicht einfach nicht, in Anwendung von Zitaten nur auf den ersten Halbsatz zu bauen, wenn die zweite Hälfte (in all ihren erwartbaren Konsequenzen) eigentlich längst bekannt sein dürfte Vgl. hier: https://www.zeit.de/1955/09/principiis-obsta ,
    Dies zu vermitteln, teils knallhart, teils aber auch so schonend wie es irgend geht, gehört schlicht und einfach zum Kern meiner Sozialisation incl meiner langjährigen Tätigkeit.
    Sofern es sich um’s Soziale in Zusammenhang mit Lehrtätigkeiten dreht, so bedarf es – „back to the roots“ betrachtet- schon einer eingehenderen genealogischen Anamnese, die sowohl die Familienanamnese im persönlichen sowie den Werdegang der Arbeitsanamnese folgend mit einschließt.
    Immer auch mit einbeziehend: Wieso -sprich aus welcher Motivation heraus- wendet sich nun eigentlich irgendwer einer -regelhaft schlecht dotierten- sozialen Arbeit zu.?
    Und dies nicht nur über den üblichen Kita-Schule-Ausbildung/Uni-Sozialisationsweg, sondern wenn, dann bevorzugt auch über den zweiten Bildungsweg? Und dies mittlerweile relativ häufig auch im Anschluß an eine vorherige (finanz)-mathematische Ausbildung und Tätigkeit?

    Worin könnte denn nun das (fortan coachende) Motiv in einer Wandlung vom (finanz)mathematischen Saulus zum sozialorientierten Prediger Paulus liegen? Ein Paulus bzw. eine Pauline z.B. der/die sich anschließend -z.B. auch als Newcomer startend mit Übernahme des Gesundheitsministeriums – auf dem steilsten innerstaatlichen Karriereweg wiederfindet.
    Was triggert denn gemeinhin derartige Wandelungsprozesse. Vom Nehmer, Verwalter und Anleger fremder Gelder zum sozial instruierten, weiterbildend in der Verschiebepraxis geübten Geber? Sämtliche Genderkonfliktstofflichkeiten selbstredend selbsteinhaltend und gleichermaßen auch integrierend?
    Und wie war das nochmals mit dem Satz „eine Hand wäscht die Andere“ und dies selbst auf Ebene von lichtscheuen Wesen, geleitet von der unsichtbaren Hand des Marktes?
    An diesen Bifurkationen, an denen noch das meiste Chaos im Hinblick auf ein grundlegendes Verständnis herrscht und an denen die Interpretationsexperten sich reihenweise die Klinke in die Hand geben, sich aber auch wechselseitig auf die Füße bzw. gegen das Schienbein treten, scheint es jedenfalls noch genügend Stellen zu geben, die quasi bedenkenlos beobachtend besetzt werden können. An Orten und Stellen folglich, an denen zwar Fehler dadurch auffallen, daß man sie vom Abweichen vom richtigen Sinn erkennt, gewöhnlich aber nicht nach dem Sinn des Ganzen gefragt wird, läßt sich für Leute, die in Krisen ihre ganz speziellen Chancen bis hin zur Marktreife suchen, noch am Allermeisten gestalten.. Vgl. hierzu: NL, GdG , S. 887 f „zum Bedarf für Interpretationsexperten“, auch mit dem Verweis in der Fußnote 43 s. HvF Observing Systems) und dem einleitenden Satz : „Das millionenfach gleichzeitige Vorkommen von Operationen mit impliziter oder expliziter Selbstreferenz darf nicht als Chaos aufgefaßt werden“.
    Wieso auch? Wenn präventiv bekannt ist, worauf die Sache hinaus läuft.
    Ergo? „Principiis obsta, sero medicina paratur“
    Kurzum, die Zeichen stehen „better than (n)ever“.
    Sie scheinen dennoch mittlerweile weitestgehend verjuxt worden zu sein, angesichts einer – noch aus dem Ende 18./Anfang 19. Jhdt stammenden ´, ins Inflationäre treibenden Titelsucht (vgl. hier: https://histvv.uni-leipzig.de/doku/abkuerzungen.html) gewiß nicht dauerhaft „privatissime, sed gratis

    ERGO? Let’s talk about money …
    Why not?
    Z.B. auch unter Aspekten, die durchaus auch denkbar wären, wenn auch Privatschulen und -unis einmal – mangels Sponsoren bzw. Schülern/Studenten, die sich derartige Fort- und Weiterbildungen leisten können, unter den Hammer kommen sollten.

    Und behalten Sie den Fuß in der Tür!
    Wer weiß, wozu Sie ihn noch brauchen werden?

  10. Aha, Meister Wirth,(so darf ich Sie als Dozent und Dekan Ihrer staatlich anerkannten Privatschule doch nennen, oder?)
    Ich vernehme, daß ich störe und vernehme auch, daß Ihnen das, was ich -erinnernd zu bedenken angeregt hatte, Ihnen -vor allem im bemängelnden Duktus – nicht so ganz in den Kram zu passen scheint.
    Wie sonst kommen Sie sonst darauf, mir unmittelbar mit Ihren abwertenden Bemerkungen zu antworten, wie (ich zitiere):
    „Ist das Ihre Hölle, der Sie bei ihrem – nun ja banal-lächerlichen – Terassenbau aus dem Weg gehen?“

    Meinen Sie, Sie säßen nun einmal fest auf Ihrer schön hergerichteten und-im Stil Ihrer—gewohnheitsmäßig nach Ihren Wünschen-gut zu Pass gekommenen, sozial gestaltenen Terrasse, und könnten von dieser Position aus – den gesamten sozialen Himmel umfassend- fürderhin andere Leute , die Ihnen mit irgendwelchen Einwänden auf Basis der Sozialen Systeme kommen, unmittelbar-abwertend. mit Dreck beschmeißen?
    Hier muß ich doch gleich eingrätschen und Sie zuallererst ganz direkt und persönlich zu fragen:
    1) Worauf wollen Sie eigentlich hinaus?
    und
    2) Haben Sie das wirklich nötig? Derart unmittelbar ausfallend persönlich zu werden, gegenüber Kommentatoren? Zumal Sie weder mich noch meinen Hintergrund persönlich kennen?
    Es mag ja durchaus sein, daß Sie etliches zuvor in meinen Kommentaren im mittlerweile geschlossenen FBS-Blog gelesen haben, das Ihnen vielleicht nicht gefallen haben könnte. Ob bzw. inwieweit Sie sich auf Grundlagenebene zumindest nebenbei mit den „Formen“ befassen, bleibt unklar und ist auch eher wahrscheinlich. Zumindest waren Sie auch nicht in Berlin zugegen und sitzen darüber hinaus nicht im wissenschaftlichen Beirat des Verlags. (Ihr Ko-Autor dagegen schon)
    Aber berechtigt Sie all das, derart persönlich zu werden?
    Sorry, mit einer -aus offensichtlich persönlichen Mimositäten erwachsenen und gleichzeitig derart vom Thema ablenkenden Manier haben Sie bei mir keinerlei Chancen.

    Soweit erst einmal als Zwischeneinwurf, vorab.
    Und dann zur Sache, bitte!

  11. Na klar, bleib ich dran, Herr Wirth. Und keineswegs aus Gründen, wie Sie es mir sie u.a.auch wünschten.
    Es dürfte mittlerweile den Blogerfahrenen bekannt sein, daß ich auch allen Widrigkeiten zum Trotz dann dranbleibe, und zwar dann, wenn es sich um die Einhaltung systemischer Prinzipien und um im weitesten Sinne auch um die Übersetzung und Übertragung der LoF und der Kybernethik Heinz von Foersters im praktischen Ansatz dreht.
    Sollten hierbei offensichtliche Fehler auftauchen, dann störe ich immer wieder gerne, gleichgültig wann, wo und bei wem auch immer. Fehler im Kalkül und Bugs im System gehen nun mal überhaupt nicht, gleichgültig wer auch immer sie produziert und damit letztlich auch zu verantworten hat.

  12. Na klar, bleib ich dran, Herr Wirth. Und keineswegs aus Gründen, wie Sie es mir sie u.a.auch wünschten.
    Es dürfte mittlerweile den Blogerfahrenen bekannt sein, daß ich auch allen Widrigkeiten zum Trotz dann dranbleibe, und zwar dann, wenn es sich um die Einhaltung systemischer Prinzipien und um im weitesten Sinne auch um die Übersetzung und Übertragung der LoF und der Kybernethik Heinz von Foersters im praktischen Ansatz dreht.
    Sollten hierbei offensichtliche Fehler auftauchen, dann störe ich immer wieder gerne, gleichgültig wann, wo und bei wem auch immer. Fehler im Kalkül und Bugs im System gehen nun mal überhaupt nicht, gleichgültig wer auch immer sie produziert und damit letztlich auch zu verantworten hat.

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