Facebook und der Penis

Der Carl Auer Verlag verweist auf mein monatliches ZEITonline-Interview. Darin ging es diesmal um den männlichen Orgasmus. Die Redaktion setzte den Titel „Braucht der Penis Applaus?“ darüber. Diese Frage schien viele Leser zu interessieren. Innerhalb von 24 Stunden lasen 127.000 Besucher das Interview.http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2016-10/orgasmus-mann-sex-erektion

Kurz nach dem Hinweis wurde die Facebook-Seite von Carl Auer kurzfristig gesperrt. Grund offenbar: Das Wort „Penis“ wurde von der Facebook Zensur gefunden https://www.carl-auer.de/aktuelles/neuigkeiten/beitrag/-4e669dcf24/

Der automatisierte Zensurhinweis von Facebook an Carl Auer ist unterschrieben mit Maria Facebook. Carl Auer kontert mit einer sehr pfiffigen Nachfrage an Facebook.

Es ist einerseits amüsant, dass die wissenschaftliche Bezeichnung eines Körperteils zensiert wird. Und schon wieder lustig, dass dafür der Vorname der heiligen Jungfrau Maria strapaziert wird.

Dass auf der anderen Seite Facebook sich dumm stellt (oder wirklich dumm ist), wenn es um die Zensur rechtsradikaler oder gewalttätiger Texte geht, während sie es nicht schaffen, ein einigermaßen kontextintelligentes Suchprogramm zu erstellen, ist eigentlich erbärmlich.

 

 

20 Gedanken zu “Facebook und der Penis

  1. Dieses Wort führt (oder jedenfalls führte) auch in diesem Blog (oder zumindest dem von FBS) dazu, dass der Kommentar nicht automatisch hochgeladen wurde, sondern vom Adminstrator freigeschaltet werden musste.

  2. Anständige Amerikaner haben keinen Penis, auch wenn sie nach Pussys greifen… Und Maria, das ist ja auch klar, hat nie einen Penis gesehen… geschweige denn ihm applaudiert.

  3. Das Schlusswort des Großmeisters im besagten zeit-magazin-Artikel würde ich gerne wie folgt erweitern: Männer wollen auch gern spüren, dass sie der Einzige sind … UND der Beste!
    😉

  4. @3: Genau, let’s talk about… Sex, Penis, Erektion, Orgasmus und die unterschiedlichen Wünsche, Erwartungen, Handlungen und Gefühle von Männern und Frauen. Witzig fand ich die These, das Vorspiel sei der Anfang aller Kultur. Da ist was dran. Doch dann sollten wir auch einigen Tierarten Kultur zusprechen, die ein ausgeprägtes Balzverhalten zeigen. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es während der Brunftzeit, wenn Stuten „rossig“, Hündinnen und Kühe „läufig“ etc. sind, keines längeren Vorspiels bedarf, um als Hengst, Hund oder Stier zum Zuge zu kommen. Ähnliches ist während des Eisprungs zu beobachten – da kann es auch mal ganz schnell gehen…
    Also wäre die Abkopplung des Sex von der Fortpflanzung der eigentliche Schritt in die menschliche Kultur. Erst in der Zeit außerhalb des Eisprungs bedarf es ausgeklügelterer Herangehensweisen und des Einsatzes zusätzlicher Eroberungsstrategien, wie z. B. Small talk, Humor, Charme, eventuell der Präsentation besonderer Fähigkeiten im Sport, auf der Theater- und Musikbühne, um Erfolg beim starken Geschlecht zu haben…

  5. „“Der Mensch (…) ist nur da ganz Mensch, wo er vorspielt.“ – Friedrich Schiller, Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795), 15. Brief
    Freilich: Je länger das Vorspiel dauert, desto weniger Zeit bleibt für die Hauptsache… die Fortpflanzung der Menschheit.

  6. Ist das Vorspiel der Königsweg zum Paradies?
    Für Islamisten ist ein Terroranschlag das Vorspiel für 72 Jungfrauen zugleich. Effektiver geht’s nicht!

  7. Darstellende Kunst zum Zwecke sexuellen Vorspiels … Architektur zum Zwecke sexuellen Vorspiels…
    New Yorker Wolkenkratzer zum Zwecke sexuellen Vorspiels ..Wie um Himmels Willen soll Frau denn diesen EINSATZ fair beantworten können ??.

  8. „ZEITmagazin ONLINE: Wenn die Fellatio dort regelmäßig zu sehen ist, spricht das dafür, dass sie Männern auch besonders gut gefällt?
    Clement: Es ist eine Verbildlichung der Vorstellung, dass die Partnerin den Mann so begehrt, dass sie ihn ganz in sich aufnimmt …“

    Diese Sichtweise ist nicht falsch, aber tendenziös.

    Was halten Sie hingegen von folgender: Die Darstellung der Fellatio in der Pornografie ist die Verbildlichung der Unterwerfung …

  9. Viel banaler: Die Darstellung der Fellatio in der Pornografie ist die Verbildlichung der notwendigen Reinigung und Befeuchtung des männlichen Geschlechtsorgangs vor dem Geschlechtsverkehr. Dass die Partnerin den Mann so begehrt, dass sie ihn ganz in sich aufnimmt, ist oft bloß ein Lippenbekenntnis.

  10. „Es ist einerseits amüsant, dass die wissenschaftliche Bezeichnung eines Körperteils zensiert wird. Und schon wieder lustig, dass dafür der Vorname der heiligen Jungfrau Maria strapaziert wird.“
    Die Amis haben manchmal seltsame Moralvorstellungen…

  11. Wer interessiert sich derzeit – 11.November – für Carl Auer ..
    selbst Fritz will es wissen, das mit dem weiblichen Schritt,
    während Barbara Vinken auf die unendlich langen Beine verweist ….

  12. @ 11: … von Melania?
    Das republikanische Amerika sieht in seiner Verkörperung durch den gerissenen Geschäftsmann Donald den Triumph des Willens einer neoimperialen GREATmacht.

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