Hier ist wieder an die breits diskutierten Begrenzungen der Funktions- und Strukturmöglichkeiten zu erinnern, die durch die Anatomie des Nervensystems gegeben sind.



Literatur:


"Er rieb sich die Hände. Denn selbstverständlich begnügte man sich nicht damit Embryonen auszubrüten, das konnte schließlich jede Kuh.


»Nein, wir prädestinieren und konditionieren. Wir dekantieren unsere Babys als sozialisierte Wesen, als Alphas oder Epsilons, als künftige Klärwerkskräfte oder ...« - er hatte sogen wollen Weltkontroller, besonn sich aber rasch und sagte: »künftige Direktoren von Brütern.«


(...)


»Verringert die Drehzahl!«, er erklärte Mr. Foster. »So zirkuliert das Surrogat langsamer, sprich durchströmt die Lunge in längeren abständen, spricch der Embryo bekommt weniger Sauerstoff. Es geht nichts über Sauerstoffmangel, wenn man einen Embryo unterdurchschnittlich halten will« Wieder rieg er sich die Hände.


(...)


»Je niedriger die Kaste«, erklärte Mr. Foster, »desto weniger Sauerstoff.« Als erstes Organ wurde das Gehirn affiziert. Dann der Knochenbau. Bei Siebzig Prozent der normalen Sauerstoffzufuhr kamen Zwerge heraus. Bei weniger als siebzig Prozent augenslose Monster..


»Die uns rein gar nicht nützen«, schloss Mr Foster.


(...)


»Doch bei Epsilons«, sagte Mr. Foster sehr treffend, »brauchen wir keine menschliche Intelligenz.«


Brauchten sie nicht und bekamen sie nicht. Obwohl aber das Epsilon-Hirn it zehn ausgereift war, blieb der Epsilon Körper erst mit achtzehn einsatzfähig. Lange Jahre überflüssiger und vergeudeter Unreife. Ließe sich die körperliche Entwicklung auf das Tempo von beispielweise Khen beschleunigen, was für eine enorme gesamtgesellschaftliche Ersparnis!"


Huxley, Aldous (1932): Schöne Neue Welt. Frankfurt (Fischer) 7. Aufl. 2018, S. 19ff.