Vom Konflikt zur Ressource

Brainspotting
nutzt Blickrichtung und Gefühl,
um innere Verarbeitungsprozesse zu fördern
oder Potenziale zu entfalten


In dieser besonderen Video-Serie werden vielfältige Fallgeschichten aus der Brainspotting-Praxis von Matthias Ohler (Carl-Auer Verlag) vorgelesen und gemeinsam mit der Brainspotting-Praktikerin und -Ausbilderin Monika Baumann (Brainspotting Austria) kommentiert und vertieft.
Fühlen, lauschen, mitgehen – und erleben, was sichtbar und möglich werden kann.


In der zehnten Folge der Gesprächsreihe Brainspotting betrachten Monika Baumann und Matthias Ohler wie Brainspotting im Mehr-Personen-Setting in der Kombination mit systemischer Therapie angewendet wird. Im heutigen Fallbeispiel begleitet die Therapeutin eine Familie mit einem 14-jährigen Sohn, dessen abrupter Verhaltenswandel die Familie aufwühlt. Über die Wunderfrage aus der Systemik entsteht ein gemeinsames Thema: Kommunikation! Mit der Hilfe des “Slow-Motion-Ping-Pongs” werden nacheinander Mutter, Vater, Schwester und Sohn am Brainspot begleitet. Von Hilflosigkeit und Mitleid bis hin zu Entlastung, Klarheit und konkreten nächsten Schritten. Zu sehen ist, wie systemische Rahmung Sicherheit schafft und Brainspotting mithilfe von Verarbeitungsprozessen dazu beiträgt, dass eine belastende Dynamik zur Ressource für Zusammenhalt wird.


Mit Brainspotting wird zur Belastung oder zur Ressource hingeschaut und hin gespürt, um tiefsitzende Erfahrungen neu zu verarbeiten und als „recycelte“ Gefühle positiv in das tägliche Leben zurückfließen zu lassen.
Diese neurobiologischen Verarbeitungsprozesse aktivieren die Selbstheilungskräfte des Körpers und der Psyche. Es kann dabei erlebt werden, dass im Beisein der zuverlässigen und vertrauten Fachperson innere Bewegung geschieht.
Dr. David Grand entdeckte die Methode Brainspotting zufällig, während einer EMDR-Sitzung. Als seine jugendliche Patientin, eine Eiskunstläuferin, an einem bestimmten Punkt heftig zu zwinkern begann, hielt er intuitiv seinen Finger ruhig – genau dort, wo der Blick „hängen blieb“. Die tiefsitzende Blockade der Klientin löste sich, und sie konnte einen anspruchsvollen Sprung, der ihr vorher aufgrund von inneren Blockaden nicht gelungen war, problemlos ausführen.


Diese Entdeckung entwickelte David Grand weiter – zu einer Methode, die heute weltweit in beratenden, therapeutischen und medizinischen Kontexten Anwendung findet.
„Brainspotting ist eine Methode, die sich in jedes beratende, körperbezogene oder behandelnde Verfahren integrieren lässt.“
Die Erfahrung zeigt: Wenn Brainspotting zur Anwendung kommt, öffnen sich im Gegenüber Wege, die methodisch aufgegriffen werden können. So wird tiefes Arbeiten möglich – jenseits von Worten, direkt im Erleben.
Manchmal bringen Klient*innen sogar unbewusst andere Methoden mit: „Ich sehe die Wut förmlich an dem Brainspot“, meinte ein Klient. Die Fachperson griff dies auf und arbeitete mit dem Wutbild weiter, externalisierte es und das Tor zur Veränderung öffnete sich. So entstehen Verarbeitungsprozesse, die tiefer gehen – und oft überraschen.
Wie das geht?


Hier können Sie hören, sehen und spüren, was man am Brainspot erleben kann!