Die Mitgliedschaft in einer Organisation ist das Ergebnis zweier Entscheidungen: Eine Person entscheidet sich, eine Stelle in einer Organisation anzunehmen, und eine Organisation entscheidet sich, einer Presone eine Stelle zu geben. Diese Art der Beziehung wird üblicherweise vertraglich geschlossen, d.h. sie ist nizu besitzenzu besitzencht zwangsläufig, sondern wird als Resultat einer (gegenseitigen) Wahl verstanden. Das schließt nicht aus, dass eine oder beide Parteien sich dazu gezwungen fühlen können, weil die Alternativen beschränkt sind. Mitgliedschaft in einer Organisation ist - im Unterschied zu einer Familie oder einer Nation - kein Status, der per Geburt erworben werden könnte. Dss gilt selbst dann, wenn man Erbe eines Familienunternehmens ist. Auch dort kann man nicht ohne eine rechtliche/vertragliche Bindung für das Unternehmen sprechen und Geschäfte abschliessen.


Ein Komplexität reduzierender Effekt des Status "Mitglied" ist, dass es im Prinzip vollkommen egal ist, warum oder aus welchen Motiven eine Person zum Mitglied einer Organisation wurde. Dies eröffnet den Raum für vielfältige Motivunterstellungen, sei es in der Selbst- oder der Fremdbeschreibung. Aber ganz unabhängig davon, ist die Organisation als Vertragspartner (arbeitsrechtlich) verpflichtet, bestimmte Leistungen für ihr Mitglied zu erbringen (von der Bezahlung bis zu Sozialleistungen und der Gewährung von Urlaub, und freiwillig dann vielleicht auch noch der Veranstaltung von Betriebsausflügen o.Ä.).


Von Chester Barnard und Herbert A. Simon stammt eine Theorie des organisationalen Equilibriums, die sie selbst als eine Theorie der Motivation bezeichnen. Ihre Bestandteile s. unten.


 


Literaratur:


"1. An organization is a system of interrelated social behaviors of a number of persons whom we shall call the participants in the organization.


2. Each participant and each group of participants receives from the Organization inducements in return for which he makes to the organization contributions.


3. Each participants will continue his participation in an organization only so long as the inducements offered him are as great or greater (measured in terms of his values and in terms of the alternatives open to him) than the contributions he is asked to make.


4. The contributions provided by the various groups of participants are the source from which the organization manufactures the inducements offered to participants.


5. Hence, an organization is »solvent« - and will continue in existence - only so long as the contributions are suffficient to provide inducements in large enough measure to draw forth these contributions."


March, James G., Herbert A. Simon (1958): Organizations. Cambridge, Massachusetts (Blackwell) 1993, S. 103f.