Das „Nichtsehen“ sehen
„Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen“ – so formulierte es Heinz von Foerster.
Antoine de Saint-Exupéry geht in eine andere Richtung: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Doch heißt gutes Sehen wirklich, alles zu sehen?
Ulrich Sollmann blickt noch einmal anders darauf: Wir erschauen nie alles – und wie könnten wir auch?
„Nichtsehen“ ist kein Mangel, sondern Teil des Sehens selbst – ein erlebendes, geteiltes Schauen.
Gerade im Auslassen, im Übersehen, liegt eine lebendige Beweglichkeit. Wahrnehmung bleibt dadurch offen, neugierig, sinnstiftend.
Natürlich kann auch das missbraucht werden.
Aber vielleicht liegt darin eine Aufgabe:
Wie können wir die eigene Beweglichkeit des Schauens erkennen – und kultivieren?
Literaturhinweis:
Sollmann, Ulrich: Einführung in Körpersprache und nonverbale Kommunikation. Carl-Auer Verlag 2016.
von Foerster, Heinz und Bernhard Pörksen: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Carl-Auer Verlag 2022.
Simon, Fritz B.: Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus. Carl-Auer Verlag 2023.
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