Intuitionen und ihre Risiken
Auf der Website des Economist ist ein lesenswertes Interview mit Daniel Kahnemann abgedruckt, in dem er sehr schlüssig darlegt, warum die Unterstellung der Ökonomen, Individuen würden rational entscheiden, nicht haltbar ist und welche Konsequenzen für den Verbraucherschutz und die Politik daraus zu ziehen sind.
So ist er z.B. der Meinung (die ich teile), dass die Politik sich nicht zum Ziel setzen sollte, das Glück der Bürger zu steigern, sondern ihr Unglück zu minimieren.
(Das macht auch aus konstruktivistisch-systemischer Sicht Sinn, weshalb es ja auch Quatsch ist, Gesundheit zum Ziel der Politik zu machen, statt K.rankheit zu bekämpfen; s. "Die andere Seite der Gesundheit")
Staatliche Unterstützung beim Sparen für die Altersvorsorge, bei der man die Wahl hat auszusteigen, ist für den Betroffenen und sein Sparkonto besser als ein Konzept, bei dem er die Wahl hat beizutreten usw. Dies ist nur ein Beispiel für Mechanismen, in denen sich die Logik psychischer Prozesse zeigt und die bei der Formulierung staatlicher Regularien in Rechnung gestellt werden sollten.
Allerdings entspricht dies nicht immer den Interessen von Unternehmen (vor allem der Finanzbranche), die wenig zu gewinnen haben, wenn der Verbraucher vor sich oder den impliziten Risiken seiner eigenen Psychodynamik geschützt wird:
http://www.economist.com/blogs/prospero/2012/02/quick-study-daniel-kahneman-economic-decision-making