Konjukturprogramm: bekloppt!

Die große Koalition hat u.a. die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer beschlossen (von Juli bis Dezember 2020). Als Verleger kann ich nur sagen: So etwas Beklopptes. Nehmen wir den Carl-Auer-Verlag. Die Mehrswertsteuer wird für ein halbes Jahr von 7% auf 5% gesenkt. Wenn wir als Verlag diese Steuersenkung an den Käufer weiter geben wollten, so müssten wir unser gesamtens Buchhaltungsprogramm verändern, um es nach einem halben Jahr erneut zu ändern. Das wird sehr teuer, weil es sehr aufwendig ist. Aber selbst dann, wenn wir die zwei Prozent als willkommene Preiserhöhung betrachten, würde davon nicht viel übrig bleiben, weil trotzdem die gesamten Abrechnungsprozesse und und -prinzipien verändert werden müssen, um dann nach einem halben Jahr wieder zurück gedreht zu werden. Das ist also eine Maßnahme, die sich das Prödikat "Besonders bekloppt" (zumindest aus der Sicht des Verlegers) redlich verdient hat. Und der Gewinn für den Konsumenten ist - zumindest im Bereich des Buchhandels - lächerich. Unsere Einführungbücher würden 27,94 Cent billiger durch die Senkung der MwSt.


Die spinnen, die Römer!