OMGYes und die Scham

In einem Sexualtherapie-Kurs diskutierten wir über das Portal Omgyes (www.omgyes.com). Es soll dabei helfen, Frauen bei der Entdeckung ihrer sexuellen Leidenschaft zu unterstützen. In VideoClips berichten verschiedene Frauen über ihren Masturbationsstil und demonstrieren ihn. Eine Besonderheit ist, dass man über das Touchpad eine Vulva digital berühren und stimulieren kann und diese darauf auch reagiert. Technisch ziemlich ausgetüftelt.

Eine interessante Diskussion entstand: Für alle Teilnehmer/innen wurde die Demonstration nicht als erregend erlebt, sondern als ästhetisch, aber kühl. Es sei zu positiv, zu eindeutig. Es fehle die Scham, die Hemmung. Würde man den Frauen anmerken, dass sie etwas verlegen sind, sich überwinden müssen, würde das mehr faszinieren. Die „Gegenseite“, die nicht einfach Ja zum Sex sagt, mache das doch erst reizvoll.

Jack Morin’s erotische Gleichung (Erregung = Anziehung + Hindernis) wurde in unserer Diskussion die plausible Erklärung, warum das gradlinige „Mach es dir richtig“ als steril erlebt wurde. Eine sexuelle Dramature braucht eben doch ein (mindestens kleines) Hindernis, das zu überwinden erst reizvoll ist.