Ein köstlicher Film. Endlich mal ein existentialistischer Spionage-Film.

Ein zu viel trinkender CIA-Agent wird entlassen, beginnt seine Memoiren zu schreiben. Seine Frau, die sich daraufhin von ihm scheiden lassen will, kopiert diese Dateien, die von Fitnesstrainern gefunden wird, die sie an die Russen verkaufen wollen, was die CIA auf den Plan ruft usw. Ein schönes Beispiel, wie Aktionen, die vollkommen sinnfrei sind, zu ebenso sinnfreien Aktionen führen, die sich aus der Logik von Geheimdiensten ergeben usw. Am Schluss gibt es jede Menge Tote, Menschen im Coma usw., die ohne jeden tieferen Zweck ihr Leben gelassen haben. Aber so ist das Leben, und die CIA ist ein Abbild dieses Lebens.

Was den Film so nett macht, ist, dass hier alle Männer "Looser" sind. Es sind geradezu rührende Flaschen. Nicht eine Sekunde zweifelt man an ihrer Vertrotteltheit. Die Frauen sind hingegen sind stark, eigensüchtig und durchsetzungsfähig.

Dass die männlichen Flaschen alle von Top-Schauspielern dargestellt werden, die ansonsten nur in Heldenrollen zu sehen sind, macht den Film zum Ereignis. George Clooney kann vollkommen authentisch und überzeugend debil gucken und handeln - und er ist dann weit weniger sexy. Brad Pitt kann nicht minder großartig zu den Klängen seines iPods herumhampeln, wie dies sonst nur irgendwelche Hirnis in Fussgängerzonen tun, und John Malkovich zeigt seine Entschlossenheit, auch wenn er in Unterhosen und aggressiver Stimmung zur Tat (Mord) schreitet.

Der Weg vom Held zum Anti-Helden ist nicht weit - und es bedarf dazu keiner Schönheitsoperationen.

Großartig - schon dieser Szene wegen lohnt sich der Kinobesuch - die Inszenierung einer Re-Union von Princeton-Alumni.

Regie führten die Brüder Coen.