Ich war neulich bei einer Veranstaltung, an der drei Engländer und dreißig Deutsche teilnahmen. Von den drei Engländern sprachen zwei Deutsch wie Muttersprachler. Trotzdem fand die gesamte Veranstaltung auf Englisch statt.

Und ein paar Wochen vorher war ich bei einer Tagung, wo es neben ca. 80 Teilnehmern ca. 10 Referenten gab. Von den 10 Referenten sprachen vier - wenn ich richtig gezählt habe - kein Deutsch. Es gab für alle, die nur Englisch verstanden oder sprachen, Simultanübersetzer. Trotzdem haben von den sechs deutschsprachigen Referenten vier ihre Vorträge auf Englisch gehalten...

Für wen, frage ich mich? Sicher nicht für die Teilnahmegebühr zahlenden deutschsprachigen Besucher der Tagung. Daher die einzige, mir logisch erscheinende Antwort: für die englischsprachigen anderen Referenten...

Warum?

Die Qualität der Diskussionen steigt meiner Erfahrung nach nicht unbedingt, wenn man sich in einer Fremdsprache unterhält. Oft ist das nicht zu vermeiden, dann muss man es eben tun. Aber in beiden genannten Fällen war das siche nicht der Fall.

Gibt es so etwas wie ein Minderwertigkeitsgefühl, Deutsch zu sprechen? Oder geht es darum zu zeigen, wie international man ist? Globalisiert? Weltläufig? Nicht-provinziell?