Bei meinem Versuch, Griechenland in der Euro-Zone zu halten, bin ich heute wieder einmal über meinen Schatten gesprungen: Ich stand vor dem Kühlregal im Biosupermarkt meines Vertrauens und wollte Schafskäse kaufen. Es gab mehrere Sorten. Am teuersten war der original griechische Feta. Es hat mich nur wenige Minuten der Ambivalenz (10 - 12) gekostet, und schon war der Feta gekauft... (bin halt in der Wolle gefärbter Europäer).

Noch ein paar Gedanken zu dem Referendums-Vorschlag von Papandreou: Offenbar hatte er ja die Wirkung, die anderen Europäischen Staatsoberhäupter dazu zu bringen, einzugestehen, dass es auch einen Plan B gibt, bei dem Griechenland die Euro-Zone verlässt (bzw. ganz schnell solch einen Plan B zu entwickeln). Und dadurch, dass sie das gezeigt haben (heute Nacht Sarkozy und Angela Merkel), hat sich offenbar die innenpolitische Lage in Griechenland bzw. die Einstellung der politischen Klasse dort verändert. Auf einmal bewegt sich die bislang nur zur Obstruktion bereite Opposition in Richtung einer Einheitsregierung.

Wenn es gelingen sollte, hier eine Regierung zu installieren, die innerhalb und außerhalb Griechenlands als dazu in der Lage angesehen wird, die alten Muster der Klientelpolitik zu durchbrechen, dann könnte das auch für Griechenland eine neue Perspektive eröffnen, die über das reine, von außen aufgezwungene Kaputtsparen hinausgeht...