Die Kolumnen von Harald Martenstein im Tagesspiegel finde ich mal besser, mal schlechter. Heute hat er aber m.E. wirklich Bemerkenswertes geschrieben: Atomstrom gibt es nur, weil die Risiken nicht versichert sind.

Es gibt keine Versicherungsgesellschaft, die bereit wäre, eine Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke abzuschließen. Ihnen allen sind die Risiken zu groß - und das nicht erst seit Fukushima, sondern seit eh und je.

Versicherungen kalkulieren nüchtern, ohne politische oder ideologische Vorbehalte. Wenn sie nicht bereit sind, das Risiko einzugehen, dann wissen sie offenbar, was sie tun. Risiko ein Rechenexempel.

Auf Deutsch heißt dies aber nichts anderes, als dass im Schadensfall der Steuerzahler den Schaden zu zahlen hat.

Aus ökonomischer Sicht und bei einer angemessenen Kalkulation ist diese Form der Stromgewinnung nicht zu verantworten. Es ist wie bei den "systemrelevanten" Banken: Die Gewinne werden privatisiert, die Risiken und Schäden vergemeinschaftet.