Obama zeigt keine Fotos von Osama. Und das ist auch gut so. Denn, wozu sollte es gut sein, die Fotos einer (wahrscheinlich ja) entstellten Leiche zu zeigen.

Üblicherweise wird dies aus Triumphalismus gemacht. Und wenn es aus anderen Gründen getan wird, dann kann es immer noch so interpretiert werden. Die Macht der Bilder wäre hier sicher negativ, d.h. Emotionen weckend, die man lieber schlafen lassen sollte.

Und als Beweismittel? - Da sind Fotos ja schon seit langem nicht mehr brauchbar. Gegen Verschwörungstheorien helfen generell keine "Beweise", denn was wäre das für eine jämmerliche Verschwörung, wenn sie nicht die Beweise dafür, dass sie keine ist, mitplanen und -liefern würde.

Wahrscheinlich wäre es eh das Schlaueste gewesen, Bin Laden in einer Nacht und Nebel Aktion einzufangen, nicht zu sagen, wo man ihn her hat, und dann vor Gericht zu stellen. Das hätte das Gesicht der Pakistanis gewahrt, noch ein wenig mehr Mysterium kreiert um die Navy Seals, und man hätte den Schein der Rechtsstaatlichkeit aufrecht erhalten können. Und vor Gericht wirken solch mystifizierte Figuren wie die Angeklagten bei den Nürnberger Prozessen oder Eichmann, Milosewic und wahrscheinlich Bin Laden eher so, dass man sich von ihnen distanziert, weil sie in ihrer Jämmerlichkeit nicht zur Identifikation einladen. Das ist bei im Kampf gefallenen Helden anders.