In der "International Herald Tribune" von heute habe ich einen interessanten Artikel über die Kumpanei von Politikern, Managern und Kontrolleuren in Fukushima gelesen.
Es gab schon früher immer wieder (wie in deutschen Atomkraftwerken) Fehler, Unregelmäßigkeiten und Unfällte. Im Jahre 2000 hat ein japano-amerikanischer Ingenieur einige dieser Mißstände an die Zentrale gemeldet. Darauf hin wurde nicht nur sein Name publiziert, sondern ihm wurde auch das Leben schwer gemacht, das heißt, er wurde de facto zur Persona non grata erklärt. All dies hat nicht dazu geführt, dass Fukushima wie eine High Reliability Organization (Weick/Sutcliffe) geführt wurde, sondern eher wie eine Dorfklitsche.
In der Folge war eine enge Kooperation der zuständigen Kontrolleure, der Politiker und des Managements zu beobachten, die offenbar alle dasselbe Ziel teilten: Kosten für den Betreiber (TEPCO) zu sparen.
So wurde beispielsweise der Firma erlaubt, sich selbst zu kontrollieren und zu entscheiden, ob die Sicherheitsstandards eingehalten werden.
Dass dies nicht der Fall war, hat sich im März 2011 gezeigt.
Eine Parallele zu Deutschland: Auch in Fukushima kam es aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen zu einer Laufzeitverlängerung maroder Reaktoren... Unsere Politiker (Frau Merkel & Co.) waren auf demselben Trip und sind wahrscheinlich ja nur durch die japanischen Ereignisse davor bewahrt worden, mit ihren Komplizen unterzugehen.