In der "Zeit" von dieser Woche ist ein interessanter Artikel von Harald James, Professor für Wirtschaftsgeschichte in Princeton, zu lesen. Er ist ein nicht nur sympathischer, sondern auch - wie ich finde - ganz kluger Mensch (bin ihm ein paar Mal begegnet). Er stellt die These auf, dass der Riß, der sich durch die Welt zieht, und wie er gerade an der Einstellung zu Atomkraftwerken die Amerikaner, Franzosen und Engländer auf der einen, die deutschen auf der anderen Seite zeigt, oder auch die Bereitschaft in Libyen zu intervenieren, mit Russen, Chinesen und Deutschen vs. die genannten..., auf die historische Erfahrung mit kommunistischer Planwirtschaft zurück zu führen ist.
In Ländern, in denen es diese Erfahrung gibt, weiss man, dass alles anders kommt, als man plant, dass Kontrolle nicht so funktioniert, wie man sie gern hätte.
In den USA, England und Frankreich glaubt man hingegen noch an Kontrolle, an die Möglichkeit, alles "im Griff" zu haben, an Planung...
Klingt nicht ganz unplausibel und passt zu den beobachtbaren Phänomenen: Im Bereich des Managements herrschen in den franko-anglo-amerikanischen Modellen auf jeden Fall die Kontrollphantasien. In der Politik offenbar ja auch...