Wenn man sich etwas ausführlicher und aus einer systemtheoretischen Perspektive mit Krieg beschäftigt (und ich habe das ja mal getan: "Tödliche Konflikte"), dann ist Kriegführung durchaus eine Handlungsoption, die nicht von vornherein zu disqualifizieren ist. Es geht dabei um eine Abwägung von Gütern. Das gilt sicher auch für den Fall Libyen.
Aber eins ist sicher: Man sollte einen Krieg nur dann beginnen, wenn man ihn gewinnen kann. D.h. wenn man klar definierte und auch übeprüfbare Ziele hat, die - falls man sie erreicht - auch nachhaltig Bestand haben.
Wenn man auf Dauer einen nicht-vernichtbaren Gegner unter Kontrolle halten muss (wie das in Afghanistan und wahrscheinlich auch in Libyen der Fall ist), dann sind Kriege keine sonderlich intelligente Option. Sie können zwar kurzfristig zu "Erfolgen" führen, aber die Folgekosten fressen den "Gewinner" auf.
Das wird der Interventionskoalition der "Willigen" in Libyen auch so gehen.