Die Insel ist zur Zeit eines der Hauptthemen im italienischen Fernsehen. Am Mittwoch sind z.B. 1200 Flüchtlinge per Schiff oder Flugzeug in andere Gegenden Italiens verfrachtet worden, in der Nacht zum Donnerstag sind aber schon wieder 869 neue Flüchtlinge gelandet.
Es werden Schätzungen diskutiert, dass ca. 300 000 Flüchtlinge zu erwarten sind. Bislang fühlt sich Italien mit diesem Problem allein gelassen - jetzt, wo Berlusconis alter Freund Gaddafi nicht mehr dafür sorgt, dass der Zustrom unterbunden wird (und er als Bösewicht dafür herzuhalten hat, dass Italien sich mehr mit Außenpolitik als mit den Sexspielen des Premierministers beschäftigt).
Wirtschaftsströme - die Ströme der ihr ökonomisches Überleben suchenden Menschen gehören dazu - werden immer von Differenzen bestimmt: des Preises von Gütern, der Möglichkeiten zu arbeiten, der Lebensqualität usw.
Langfristig hilft gegen Völkerwanderungen nur eine Angleichung der materiellen Lebensbedingungen... - was sicher leichter gesagt als getan ist.