Der UNO-Sicherheitsrat hat eine No-Fly-Zone für Libyen beschlossen, und einige unserer westlichen Verbündeten scheinen ziemlich fest entschlossen, sich dort militärisch einzumischen.

Wenn man die deutsche Presse liest, dann scheinen die meisten Kommentatoren ebenfalls der Meinung, dies sie notwendig und unabdingbar. Ich persönlich wundere mich ja über solche Ansichten, denn die Einmischung dieser Art hat bislang fast immer zu einem grandiosen Scheitern geführt.

Aus systemischer Sicht ist dies nicht verwunderlich. Denn solche politischen Systeme wie Staaten sind autopoietisch organisiert, d.h. sie können nur von innen verändert werden. Und das werden sie auch, es sei denn, von außen wird versucht, sie zu verändern. Denn ein Außenfeind, der die Autonomie solch eines Systems in Frage stellt, fördert die interne Konfliktfreiheit, d.h. er stützt das bestehende Regime und erhält paradoxerweise den Status quo. Im besten Fall (siehe Irak oder Afghanistan) löst er eine bestehende Ordnung auf, ohne dass eine neue etabliert wird.

Sicher, auf den ersten Blick mag man dem schlichten Herrn Sarkozy folgen und sagen: "Wir können die Freiheitskämpfer doch nicht allein lassen...!", aber auf den zweiten Blick ist das ja eine Definitionsfrage, wer hier um was kämpft. Aus der Innenperspektive ergeben sich andere Perspektiven als von außen. Auch im Vietnamkrieg, im Irak, in Afghanistan wurde und wird mit der Freiheit der Unterdrückten argumentiert. Alles Quatsch.

Jedes "Volk" (jede Bevölkerung) bekommt (zumindest langfristig) die Regierung, die es verdient. Es muss sich also selbst von den Tyrannen befreien. Das kann kein Fremder erledigen. Und - das ist die Lehre der Geschichte - auf Dauer kann keine Regierung gegen ihre eigene Bevölkerung an der Macht bleiben.

So einfach ist das... Man muss nur warten können.