Ich kann es ja nachvollziehen, dass die gedemütigten Amerikaner (nicht alle, wahrscheinlich) sich freuen, dass Osama bin Laden getötet worden ist. Schließlich sind mir gelegentliche Rachebedürfnisse nicht fremd (obwohl ich sie nur selten befriedige). Und ich kann mir auch vorstellen, dass ich als amerikanischer Präsident ebenfalls die Anweisung gegeben hätte, Osama umzubringen (wohl wissend, dass eine Gerichtsverhandlung weit eher entmysitfizierend gewirkt hätte). Aber so herrschen wenigstens klare Verhältnisse, und es ist für jedermann klar, dass der Staat, für den ich offiziell die Leitungsverantwortung trage, sich nicht verarschen läßt (internationales Recht hin oder her).
Aber - und damit komme ich zum eigentlichen Thema - dass eine deutsche Bundeskanzlerin in einer Pressekonferenz öffentlich sagt, sie freue sich, dass Osama bin Laden getötet worden sei, ist für mich vollkommen unakzeptabel.
Sie kann sich ja gern heimlich freuen. Aber öffentlich, das ist unmöglich.
Warum?
Ja, wenn das nicht klar ist...