Wenn ein Moratorium beschlossen wird, so heißt dies im Allgemeinen, dass eine Maßnahme, eine Aktion aufgeschoben wird.
In der Bundesrepublik Deutschland gab es einmal den Beschluß, aus der Nutzung von Atomenergie, wie sie durch Atomkraftwerke geliefert wird, auszusteigen...
Die Entscheidung war also: Ausstieg.
Dann wurde im letzten Herbst beschlossen, den Ausstieg aufzuschieben. Ein Moratorium, wenn man es genau nimmt. In der durch die sog. Laufzeitverlängerung gewonnenen Zeit sollten der Übergang zu regenerativen Energieformen geleistet oder zumindest massiv gefördert werden.
Jetzt, nach den Ereignissen in Japan, wird ein Moratorium von drei Monaten verkündet. Ein Moratorium vom Moratorium? Oder was kann es sonst heißen?
Ein Moratorium kann man eigentlich doch nur für etwas beschließen, was sich noch nicht ereignet hat (z.B. den Bau eines neuen Bahnhofs). Wie geht das im Blick auf die laufenden Prozeduren, die den Status quo bestimmen (z.B. den Lauf von Atomkraftwerken)?
Genau genommen müßten jetzt sofort all die Kernkraftwerke abgeschaltet werden, deren ursprüngliche Laufzeit bereits überschritten ist. Und nach dem Moratorium könnte man sie eventuell wieder anschalten.
Mal sehen, ob das wirklich die von der Regierung vorgeschlagene Lösung ist... Bin sehr gespannt, ob jetzt die alten Schleudern (z.B. Neckarwestheim, Biblis) runter gefahren werden.