Jetzt haben sie ihn also erwischt, den Osama bin Laden.

Was ich, neben der Tatsache, dass die USA 10 Jahre dazu gebraucht haben, bemerkenswert finde, ist, wie auf den Straßen New Yorks gefeiert wird und manche Leute denken, nun sein der "Krieg gegen den Terror" gewonnen.

Selbst wenn die Kriegsmetapher angemessen wäre (was ich nicht denke - siehe die entsprechenden Publikationen), dann wäre doch die Gleichsetzung des Tötens von Osama mit dem Gewinn des Krieges immer noch erstaunlich.

Erklären lässt sich diese merkwürdige Gleichung nur, wenn man sich klar macht, dass die USA das Land sind, dessen Bevölkerung wohl am wenigsten weltweit systemisch denkt, sondern dazu neigt, alle sozialen Prozesse kausal auf Individuen zuzurechnen.

Es gibt immer einen Helden oder einen Bösewicht, denen die Schuld an allem gegeben werden kann. Wenn der Bösewicht erst beseitigt ist, dann ist alles wieder gut, und meist bedarf es einen weißen Ritters auf der Gegenseite, um ihn zu beseitigen.

Dass solch ein schlichtes Weltbild nicht wirklich zielführend ist, zeigt die Folgenlosigkeit der Ergreifung Saddam Husseins und seines Todes...