Am Freitag früh habe ich zufällig bei CNN reingezappt und konnte daher die Live-Bilder des Tsunami sehen. Von einem Hubschrauber des japanischen Fernsehens wurden sie direkt in alle Welt übertragen.
Ein merkwürdiges, surreales Gefühl, wenn man tatsächlich mal aus der berühmten, sonst ja meist als Fiktion eingeführten, Hubaschrauberperspektive auf die dramatischen Geschehnisse blickt.
An einer Ampel - ein paar Kilometer im Inland - stehen Autos an einer roten Ampel. Man kann sich vorstellen, dass die Insassen gerade auf dem Weg zum einkaufen (o.Ä.) sind und nichtsahnend auf grün warten. Gleichzeitig sieht man aber aus diesem Abstand, dass eine mächtige, dunkelbraune Müllwelle, bestehend aus Geröll, Häusern, winzig wirkenden, zerquetschten Autos, Booten usw. heranrollt, nur noch wenige hundert Meter von der Ampel mit den brav wartenden Autos entfernt. Schließlich werden auch sie erfaßt, mit ihnen die Menschen, die in ihnen sitzen, nur mehr noch mehr Müll...
Das alles zu sehen, hat etwas sehr Unwirkliches. Man denkt erst mal an Computersimulation. Doch dann das Bewußtsein und Entsetzen, dass dies alles zeitgleich am anderen Ende der Welt gerade passiert ...