Merkel steht sichtlich überrascht vor weinender palästinensischer Schülerin. Geht zu ihr, lässt sich vom Moderator davon nicht abbringen. Mit den Worten "Streicheln darf ich sie doch noch" berührt sie die junge Schülerin um ihr Trost zu spenden. Ihre Wortwahl war dabei wohl eher etwas holprig-hölzern. Gesprochen hat sie, was man von ihrer Rolle erwarten kann, sachlich klar und nüchtern wirkend. Überraschung und berührende Geste hingegen waren sichtlich persönlich. Insoweit handelte Merkel in ihrer Rolle als Kanzlerin korrekt und menschlich nah.
Das kurze Video wurde in kürzester Zeit zur viralen Sensation. Einerseits wurde es im rasenden Tempo durch alle Netzwerke gejagt. Andererseits entfachte es unter #Merkelstreicheln einen Shitstorm riesigen Ausmaßes. Nur ein Beispiel als Zitat aus dem Tagesspiegel, der einen Shitstormer zitiert bezugnehmend auf Adorno und Horkheimer: „Das lässige Streicheln über Kinderhaar und Tierfell heißt: die Hand hier kann vernichten.“ Der Satz ist im