Wer den Innenminister vor Augen hat, erinnert sich bestimmt noch gut an sein mysteriöses Grinsen. Was ist das tiefere Geheimnis dieses Gesichtsausdrucks? Dieses Grinsens, das nur zu oft einen Moment lang über Seehofers Gesicht huscht, um aber lange genug dort zu verweilen, damit es in Erinnerung bleibt.
Seehofers Grinsen passt oftmals nicht zu dem, was Minister sagt. Es passt nicht zu der jeweiligen Situation. Noch ganz in seinem plötzlichen Auftreten enträtselt werden. Es ist da. Es verschwindet, den Beobachter in der Gewissheit belassend, dass es bestimmt zurückkehren würde.
Seehofer ist erfolgreich schmallippig. Sein Mund, in der Regel beim Reden nur einen Spalt breit geöffnet, gibt den Worten einen ausgesprochen scharfen, kantigen fast schon schneidigen Ton. Die Lippen zu einem schmalen Strich gespannt unterstreichen die Wirkung der zusammen gepressten Zähne. Nur ein kleiner Schlitz ermöglicht Seehofers Worten den (selbst-) befreienden schlag in die Welt da draußen. IN die Welt, von