Denunziation soll sich lohnen. In einer ganzseitigen Anzeige der „Washington Post“ wird eine Belohnung von bis zu einer Million Dollar für Hinweise auf „Seitensprünge, Sexvergehen und Korruptionsaffären“ von ranghohen Politikern versprochen. Anbieter ist der Gründer des Herrenmagazins „Hustler“, Larry Flynt. Ausgerechnet! Aber das Kalkül wird aufgehen, die Million ist gut investiert: Die Saubermenschen dieser Welt wollen doch zu gern wissen, welche hohen Tiere von welchen niederen Beweggründen getrieben werden.
So sichtbar eng ist das Bündnis von moralisierender Selbstgerechtigkeit und voyeuristischer Geilheit. Nach Clinton, Spitzer, Schwarzenegger, Wiener kann der US-amerikanische Mainstream darauf warten, wieder einen Sünder öffentlich bloßzustellen, zur Buße zu zwingen oder moralisch hinzurichten. Und wenn der Sünder eine ranghohe Figur ist, verschafft diese Empörungslust noch mehr Befriedigung.
Auch wenn Larry Flynt für US-Verhältnisse gar kein Konservativer ist, nutzt er klug