Seit einiger Zeit macht eine Frau aus Mali, die einen Asylantrag gestellt hat, in einem uns bekannten Geschäft ein Praktikum. Diese Frau, verheiratet, hat drei Kinder und kann inzwischen sehr gut Deutsch. Ohne jemals einen Deutschkurs besucht zu haben. Sie ist sehr neugierig und wissenshungrig. Wenn sie etwas hört, was sie noch nie gehört hat, fragt sie gleich nach und wiederholt das Gesagte mehrmals, um es dann kurze Zeit später gleich selbst anzuwenden. Und sie ist tatsächlich sehr gut darin.
Jüngst hörte ich sie mit der Geschäftsinhaberin darüber sprechen, wo das Wasser denn herkäme. Ihr war völlig klar, dass man Wasser aus dem Niger nimmt. Dort, wo sie bis vor kurzem noch gelebt hatte, gab es nur Lehmhütten, natürlich kein fliessendes Wasser. Und wenn man Wasser brauchte, ging man runter zum Fluss. Oder man zelebrierte etwas, was wir vielleicht als Gebet bezeichnen würden.
Die Geschäftsinhaberin erklärte ihr in einfachen und verständlichen Worten den Vorgang, wie es zur Verdunstung