Eine sensationell einfache Anordnung: Man sieht auf einem Video eine Frau hinter einem Tisch sitzen und aus einem Buch vorlesen. Was man nicht sieht, aber weiss: Unter dem Tisch wird sie mit einem Vibrator stimuliert. Offenbar ist die Instruktion, trotz zunehmender Erregung so lange vorzulesen, wie es geht.
Neun solche Videos mit beeindruckenden Frauen (models, artists, performers) zeigt der Photograph Clayton Cubitt unter dem Titel „hysterical literature“.
Umwerfend, wie die kulturelle Oberwelt (sichtbar auf dem Tisch) durch die sexuelle Unterwelt (unsichtbar darunter) erst gewährt, dann irritiert wird, sich gegen die Unterleibsenergie wehrt, schließlich von ihr überwältigt wird. Und wie sich am Ende beides lachend vereint.
Dazu beeindruckende Texte der Frauen, wie sie das ganze erlebt haben und bewerten: Stolz, auch zögernd, experimentierfreudig an diese Grenzerfahrung herangehend. Exhibitionistisch? Hysterisch? In die pathologisierende Schublade passt das nicht. Zu stark.
Nach