„Man kann einen Menschen nie wirklich verstehen, ehe man in seine Haut klettert und ein wenig in ihr umherspaziert“, heißt es in Amerikas Nationalroman „Wer die Nachtigall stört“. In diesem zweitwichtigsten Buch nach der Bibel geht es um Recht und Gerechtigkeit. Darum, wie das „Eigene“ und das „Fremde“ sich begegnen und zu einem inspirierenden Ende kommen.
Das geht unter die Haut, meinen viele, wie da zurzeit zwischen Griechenland und der EU verhandelt wird. Aber wer von der großen Politik möchte heutzutage in der griechischen Haut herumlaufen? Und wer als Grieche möchte heutzutage in Merkels oder gar Schäubles Haut schlüpfen? Und noch dabei auf der weltpolitischen Bühne gesehen werden?
Die Haut ist das Organ, über das der Mensch, im Mutterleib, den Eintritt ins Leben spürt und erlebt. Über diese Hauterfahrung beginnt er schon sehr früh am Leben draußen teilzuhaben. Die dauerhafte Berührung im Mutterleib stimuliert sein Haut-Ich. Die dabei erlebten Erregungsprozesse strukturieren schließlich