„Zu wissen, wo es lang geht, zu wissen, was der Fall ist, und damit die Ansicht zu verbinden, man habe einen Zugang zur Realität und andere müßten dann folgen oder zuhören oder Autorität akzeptieren, das ist eine veraltete Mentalität, die in unserer Gesellschaft einfach nicht mehr adäquat ist.“ (Niklas Luhmann, 1987.)
Ein befreundeter Kollege erzählte mir, dass ein anderer Kollege, ein Systemiker, Dekan an einem Universitätsfachbereich der angewandten Sozialwissenschaften, die These vertritt: „Professoren können nicht geführt, nicht geleitet werden, die führen und leiten sich selbst.“
Was aber ist dann die Aufgabe von Fachbereichs- bzw. Fakultätsleiter/innen an Hochschulen? Was tun Dekaninnen und Dekane eigentlich, wenn sie Professorinnen und Professoren nicht führen können, da diese sich selbst führen? Diese Fragen stellte ich mir, als ich vor dreieinhalb Jahren das Amt des Dekans am größten Fachbereich der Fachhochschule Potsdam, dem Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften übernahm