Junge Männer haben die Enthaltsamkeit entdeckt. Enthaltsamkeit bei der Masturbation. Diese Idee löst bei manchen große Begeisterung aus. Die NoFappers (deutsch etwa „Nicht-Wichser“) haben eine expandierende Web-Präsenz. Dort berichten sie von einem klareren Kopf, subtilerer Wahrnehmung („ich höre die Vögel wieder zwitschern“), besserer sexueller Potenz und manchmal existentiellen Einsichten. So schildert ein Diskutant seine Erleuchtung (“Today I was sitting on the toilet and I looked down and I saw my penis and I kinda just stared at it, then I asked him ‘What is your purpose penis?’ To which he replied ‘I dunno lol’”). Dafür brauchen andere drei Jahre Zen-Kloster!
Neben allerlei Blödsinn, mit dem die masturbatorische Abstinenz („mabstinence“ heisst das) begründet wird, finde ich eine zumindest interessant als Gegenbewegung zum Trash im Internet: Angesichts der dortigen Überpräsenz von Sex verzichten die Jungs auf das pornographische Getriebensein und praktizieren Stimuluskontrolle,