Ich bin gerade ein paar Tage in Jerusalem bei der Jahrestagung der „International Society for the Study of Women’s Sexual Health“. Eine solche Spezialfachgesellschaft gibt es wirklich, und sie hat ein ziemlich anspruchsvolles Programm.
Ich hatte das Vergnügen, in einem Symposium über „Monogamy“ vorzutragen, auf dem auch Cindy Meston aus Austin/Texas einige Daten vorstellte. Meston gehört in meinen Augen zu den Stars der empirischen Forschung über weibliche Sexualität.
In einer ihrer noch unpublizierten Studien fragte sie monogam lebende Männer und Frauen: „Würden Sie weiter monogam bleiben, wenn Sie in einer Gesellschaft leben würden, in der jeder offene Beziehungen mit mehreren Partnern hat?“
Angenommen-daß-Fragen finde ich immer ganz witzig, weil man unverbindlich im Möglichkeitsraum umherfantasieren kann. Überraschend bleibt mehr als die Hälfte (70% der Frauen, 55% der Männer) ihrer monogamen Lebensform treu. Konvertiten, die zur Nicht-Monogamie überlaufen würden, waren 25% der