In dieser Folge des Podcasts zeigen wir ein Interview mit der tiefenpsychologisch fundierten Kinder- und Jugendlichentherapeutin Sandra Vohl aus dem MVZ der Psychoonkologie der Uniklinik Köln. Vohl macht seit 16 Jahren Gruppentherapie, zunächst in der Tagesklinik für Jugendliche mit Persönlichkeitsentwicklungsstörungen der Uniklinik Köln mit der Methode der übertragungsfokussierten Psychotherapie nach Otto Kernberg und seit einigen Jahren mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die einen Elternteil durch Krebs verloren haben und solche, die selbst an Krebs erkrankt waren oder sind.
Vohl beschreibt, den Weg der Patient:innen in ihre Gruppen, den Ablauf ihrer Gruppensitzungen, die Einbindung der verwitweten Eltern in einer parallelen Elterngruppe und welche Vorteile Gruppentherapie bei ihrer Zielgruppe im Vergleich zur Einzeltherapie hat. Hierbei ist ein wichtiger Faktor die Erfahrung, mit dem Thema nicht alleine zu sein, und sich mit anderen, die Ähnliches erlebt haben, austauschen zu können. Durch das gemeinsame Thema sprechen die Jugendlichen dabei sehr schnell mit einer großen Offenheit über ihre Gedanken und Gefühle. Aber auch alle anderen jugendspezifischen Themen werden in den Gruppen thematisiert. Weitere Themen sind Vohls therapeutische Haltung, der Umgang der Gruppe mit bewegenden Gefühlen und traumatischen Erlebnissen, Supervision und Intervision, was Vohl motiviert, Gruppentherapie zu machen, und warum sie von der Wirksamkeit der Gruppentherapie überzeugt ist. Vohl berichtet, wie sie mit herausfordernden gruppendynamischen Situationen umgeht, und welche Rolle Einsamkeit und soziale Schwierigkeiten bei ihren Patient:innen spielen. Ein weiteres Thema ist, was es bräuchte, damit sich mehr Psychotherapeut:innen dazu entschließen, Gruppentherapie anzubieten. Zum Schluss ermutigt Vohl dazu, Gruppen anzubieten für Patient:innen mit körperlichen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus, die psychische Belastungen zur Folge haben.