Wenn Begleitung bedeutet, dass deren Ende der Tod des Menschen sein wird, den man begleitet, bekommt das sowohl für Angehörige – im hier betreffenden Fall die Ehefrau eines 52-jährigen an ALS erkranken Mannes – als auch für das weitere Hilfesystem eine besondere Bedeutung. Was heißt das dann beispielsweise für Lösungs- und Ressourcenorientierung? Oder was bedeutet hier auf Seiten der professionell Betreuenden Systemkompetenz, auch in Bezug darauf, was im System fehlt?
Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. So lautet der Titel des vielgelobten Buches von Ursula Pabsch zu Systemischer Sozialer Arbeit im Krankenhaus. Der mehrteilige Podcast bei Sounds of Science Specials mit Ursula Pabsch beleuchtet detailliert und auf dem Hintergrund der immensen praktischen Erfahrung der Gesprächspartnerin viele Kontexte und Anforderungen dieses wichtigen Arbeitsfeldes. Anhand von Fallbeispielen werden die Vorzüge systemischen Denkens und Handelns direkt erfahrbar. Eine Auswahl von Reflexionsfragen (siehe Anhang) lädt die Hörer:innen in jedem Post ein, die Arbeit und sich selbst weiter zu beobachten und zu professionalisieren.
Ursula Pabsch, Dipl. Päd., ist Systemische Therapeutin, Beraterin, Supervisorin und Organisationsentwicklerin; langjährige Tätigkeit in der klinischen Sozialarbeit; selbstständig in außerklinischem Case Management und Supervision; Inhaberin des Intensivpflegeportals www.leben-mit-intensivpflege.de; Beraterin von Intensivpflegediensten.
Literatur:
Pabsch, Ursula H. (2024): Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. Systemische Soziale Arbeit im Krankenhaus. Heidelberg (Carl-Auer).
Systemische Grundsätze/Haltung:
• Wertschätzung
• Lösungs- und ressourcenorientierte Gesprächsführung
• Empathie
• Komplimente
Weitergehende mögliche systemische Fragen:
• Angenommen, Ihr Mann könnte mit Ihnen sprechen. Was würde er Ihnen sagen?
• Was denken Sie über sich als Ehefrau?
• Wow, wie schaffen Sie das alles? Ich bewundere Ihre Nervenstärke.
• Wer hilft Ihnen in dieser schwierigen Situation?
• Zu wem haben Sie Vertrauen?
• Wie können Sie für schrittweise Entlastung für sich selbst sorgen?
• Woran merken Sie, dass Sie die Versorgung zu Hause nicht mehr leisten können und wollen?
• Was wäre der erste Schritt für Sie?
Der Blick zu mir:
• Wie schaffe ich die emotionale Distanz bei tödlich endenden Diagnosen in Balance mit der Empathie?
• Was würde ich mir als Patientin oder auch als Ehefrau wünschen?
• Wie sorge ich für meine Systemkompetenz?
• Wie entwickle ich Navigationskompetenz?
• Was tue ich, wenn im System was fehlt?
Der Blick ins System:
• Wie gehen wir mit Patienten um, die nicht in das klassische Versorgungssystem passen?
• Was ist politisch notwendig?
• Was müsste in einem Konzept für neurologisches Casemanagement stehen?