Andrea Caby – Psychische Störungen in der frühen Kindheit systemisch behandeln

Was macht die systemische bzw. systemtheoretische Sicht auf frühkindliche Entwicklung besonders? Und was ist daran unverzichtbar für gute therapeutische und beraterische Arbeit mit Familien oder Betreuungssystemen, die aufgrund auffälliger und häufig schwieriger und gefährdender Symptomatiken und Erschöpfung bei Kindern (und Eltern oder anderen Betreuenden) professionelle Hilfe aufsuchen?
Andrea Caby, Professorin an der MSH Medicalschool Hamburg und Leiterin des SPZ am Marien Hospital Papenburg Aschendorf, arbeitet dies in ihrem Buch Psychische Störungen in der frühen Kindheit dezidiert heraus. Das Buch erscheint als Band 22 der von Wilhelm Rotthaus und Sebastian Baumann herausgegebenen (und von Hans Lieb mitbegründeten) Carl-Auer Fachbuchreihe Störungen systemisch behandeln.
Wir sprechen mit Andrea Caby u. a. über gelingende Regulation und Ko-Regulation, systemische Lösungsorientierung, die Bedeutung von Kontextsensitivität, Mehrpersonensettings, über weitere Professionalisierung der Aus- und Weiterbildung und darüber, wie man kreativ mit Anforderungen an und von Diagnosen (z. B. gemeinsam mit Klient:innen als Arbeitshypothesen) und Störungskonzepten umgehen kann. Beispiele aus der Praxis machen dies sowohl im Buch wie im Gespräch gut nachvollziehbar.
Im Zentrum steht immer das Kind – allerdings nicht als „das“, worüber, sondern mit dem kommuniziert wird; als Partner:in im gemeinsamen Prozess zu einem befriedigenderen Zusammenleben und mit seinen zu oft übersehenen Kompetenzen, wichtigen Impulsen und richtungsweisenden kommunikativen Angeboten.