Drei Millionen Epstein-Files – und noch mehr in der Pipeline. Namen tauchen auf, werden gepickt, Empörung wird erzeugt, geschürt, weitergereicht. Doch Quantität schafft keine Transparenz, und KI zählt nur Treffer – sie versteht keine Bedeutung. Während geschwärzt, veröffentlicht und nachgereicht wird, wächst vor allem eines: Misstrauen – der perfekte Empörungsgenerator. Die hierdurch befeuerte Dynamik lässt an das Geschehen an einer Aktienbörse erinnern.
In dieser Folge fragt Ulrich Sollmann nicht, wer neben wem im Flugzeug saß, sondern er betont, dass wer den Kontext setzt, wer Narrative steuert, Wahrheit erzeugt. Wer glaubt, dass ein System fähig ist, sich selbst zu untersuchen, täuscht sich fundamental. Genau geschaut heißt hier: Unsicherheit aushalten, (eigene) Projektionen zurückpfeifen – und erkennen, dass derjenige, der den Rahmen bestimmt, die Wahrheit kontrolliert.
Literaturhinweis
Sollmann, U. (2016): Einführung in Körpersprache und nonverbale Kommunikation. Heidelberg (Carl-Auer).
Simon, F. B. (2025): Wie Diktaturen funktionieren. Heidelberg (Carl-Auer).
George Lakoff, Elisabeth Wehling (2016): Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Heidelberg (Carl-Auer), 4. erw. Aufl.