Je härter der Angriff, desto freundlicher sein Lächeln – das ist die Grundformel von Ulrich Siegmund. Er tritt auf wie ein Stand-up-Comedian, wie eine Rampensau: die Bühne ist ins Publikum verlängert.
Sein Lächeln ist der entwaffnende Pointen-Ersatz – er weckt Erwartung, liefert aber nie. Inhaltlich antwortet er kaum, er wechselt auf die Beziehungsebene und macht aus Kritikern Störer im eigenen Programm.
So bleibt er konstant: gleiches Lächeln, gleiche Bildkontrolle, kein Gegenangriff, nur Abfedern – selbst zugegebene Fehler wirken wie Strategie. Sympathie wird zum Kampffeld, das Publikum zum Kumpel – doch die Nähe hat eine eingebaute Fluchtroute: Am Ende bleibt er der Wolf im Schafspelz der AfD.
Literaturhinweis
Sollmann, U. (2026): Genau geschaut. Heidelberg (Carl-Auer).
Sollmann, U. (2016): Einführung in Körpersprache und nonverbale Kommunikation. Heidelberg (Carl-Auer).