„Alles ist gut, solange die KI nicht ohne uns über uns spricht.“

Rückblick auf das 11. Simon Weber Friends Forum 2025 – Kommunikation und KI
Gute KI, böse KI? Beim swf Forum 2025 wurde klar: Weder noch. Wer Kommunikation versteht, versteht auch KI und warum sie unsere Arbeit nicht ersetzt, lediglich verändert.

Unter dem Motto „Kommunikation und KI“ trafen sich demnach am 22. und 23. Mai in Berlin Berater:innen, Organisationsentwickler:innen und die KI des Forums, um gemeinsam zu erforschen, was Künstliche Intelligenz mit Kommunikation und systemischer Beratungspraxis anstellt.

Der Blick auf Intelligenz – und was wir dabei übersehen
Zum Auftakt sorgte Elena Esposito für kluge Irritation: Unser Fokus auf die „Intelligenz“ der KI verfehle das Entscheidende. Es gehe nicht um Denken oder Bewusstsein – sondern um Kommunikation, um die Art, wie Maschinen Anschluss an bestehende Systeme finden.

Kommunikation ist der blinde Fleck
Torsten Groth führte systemtheoretisch weiter aus: Kommunikation entsteht durch Kopplung, Operation und Selektivität, nicht durch Rechenleistung. KI ist damit nicht (nur) Technologie, sondern ein Player im sozialen System – spätestens dann, wenn sie als solcher an Kommunikation mitwirkt und Teil von Beratungsprozessen ist. Da kommen Fragen auf:
- Was passiert, wenn eine KI „berät“?
- Wie verändert sich die Gruppendynamik, wenn in der Gruppe auch KI-Agents „anwesend“ sind?
- Wer trägt Verantwortung: Berater:in oder Bot?

Oder kurz:
Bot und Beratung: Was macht KI mit der Beratungsszene?
KI als Sparringspartner – nicht als Ersatz
Einer der wiederkehrenden Gedanken des Forums: KI soll unsere Kompetenzen erweitern, nicht ersetzen. Berater:innen bleiben verantwortlich – für Prozesse, Inhalte und die Beurteilung von Ergebnissen. Eine fehlerhafte KI-Ausgabe wird der Beratung angelastet, nicht dem Bot. Die Fachkompetenz der Berater:innen wird damit aufgewertet.

Auch dieser Beitrag wurde hybrid mit KI erstellt. Aber Sie würden wohl nicht auf die Idee kommen, ChatGPT für den Inhalt verantwortlich zu machen, nicht wahr?

Also kann KI vor allem ein hilfreicher Partner sein: Als Planungsassistenz, Ideen-Stupser oder auch als „Anwältin der Ambivalenz“ – indem sie Themen anspricht, die sonst soziale Reibung erzeugen könnten.

Anwältin der Ambivalenz
Wie das konkret aussehen kann, zeigten Timm Richter und Florian Grote mit ihrer KI SysKI, die die Forumskommunikation über zwei Tage hinweg analysierte – inklusive der eigenen Beiträge.

Besonders spannend: SysKI antwortete per Sprachausgabe auf Fragen aus dem Plenum. Wer einmal sehen wollte, wie ein ganzer Raum voller gestandener Berater:innen ins Staunen gerät, der wurde hier glücklich. Dabei hat SysKI auch (milde) Kritik am Forum und den Diskussionen der Teilnehmer:innen geübt. Aber wer könnte einem Bot schon böse sein? In der Beratung könnte diese Form der Einmischung sogar produktiv wirken: Als neutrales Medium, das Spannungen benennt, ohne persönliche Angriffsfläche zu bieten.

Beratung durch KI demokratisieren?
Oft formuliert wird die Befürchtung, dass die KI den Menschen ersetzt. Im Geiste des Forums wurde diese Angst auch gerne mal zur mutigen Idee umformuliert: Bots könnten Beratung zugänglicher machen – jenseits von Führungsetagen, direkt für Mitarbeitende. (Grundlegende) Beratung von Management UND Mitarbeitende? Systemische Theorie, in Alltagssprache verpackt, abrufbar rund um die Uhr? Der Gedanke polarisiert – aber genau das ist es, was das Forum wollte: Räume für neue Fragen öffnen.

Fazit: KI ist Kommunikation. Und Verantwortung.
Und so hat das swf Forum keine einfachen Antworten gegeben, sondern kluge Fragen gestellt. Was genau KI systemtheoretisch ist, bleibt offen. Aber klar ist: Sie ist längst Teil unserer Kommunikationslandschaft. Und damit müssen wir umgehen lernen. Die Beratungsszene befindet sich in einer Suchbewegung. Alle Beteiligten tun gut daran, gemeinsam pragmatische Wege zu finden, KI in die Beratung zu integrieren. Das swf Forum bot dafür die richtige Plattform.

Oder, wie es der KI-generierte Fritz B. Simon in seiner Grußbotschaft ausdrückte:
„Alles ist gut, solange die KI nicht ohne uns über uns spricht.“

 

(Der Text entstand mit Unterstützung einer KI und wurde anschließend sorgfältig von unserem Lektorat optimiert.)