#8 Systemische Zukunft | Judith J. Muster – Systemtheorie praktisch

Die Systemtheoretikerin, Beraterin, Wissenschaftlerin und Publizistin Judith Muster, unser heutiger Gast, berät große Konzerne und Verwaltungen bei Reorganisationen, Strategieentwicklung und Kulturwandel, arbeitet seit 2011 bei Metaplan und ist dort Partnerin. Als Wissenschaftlerin forscht sie an der Universität Potsdam zu organisatorischen Implikationen der Digitalisierung, postbürokratischen Organisationsmodellen und Führung.

Judith Muster wird unter anderem den einen der beiden Vorkongresse  – nämlich den zur Systemtheorie Niklas Luhmanns und ihrer praktischen Bedeutung für das Verständnis von und Arbeiten mit und in Organisationen – maßgeblich mitgestalten.
Im Fokus des Kongresses steht für Judith Muster die Frage, wie unterschiedliche Operationalisierungen und Konkretisierungen aussehen und sich Möglichkeiten kreieren lassen, sich gegenseitig auf die jeweilige Hinterbühne schauen lassen. Mit kritischer Neugier.

Und dabei auch auf Konzessionen zu schauen, die vielleicht da und dort eingegangen werden müssen. Der häufig gehörte Vorwurf, Luhmann habe die Menschen dabei übersehen, sei ein Missverständnis. Gerade von dort her bestehe in der Begegnung mit nicht so stark an Luhmannscher Systemtheorie angekoppelten Ansätzen eine besondere Chance.

Systemtheorie ist ja, so Judith Muster, lesbar als Gesellschaftstheorie, Erkenntnistheorie oder Beschreibung einzelner Funktionssyteme. Besonders interessant sei die Ebene der mitgliedschaftsbasierten Sozialsysteme: Organisationen. Wie kann Systemtheorie operationalisiert werden und wie kann man sie nutzen für Veränderungen von Organisationen? Hier ist die frühere Phase der systemtheoretischen Arbeit Niklas Luhmanns – vor der sogenannten „autopoetischen Wende“ –  besonders spannend und bietet wichtige praktische Schlußfolgerungen, im Besonderen die Methode der Funktionalen Analyse.
Eine weitere Frage im Gespräch mit Judith Muster: Was sind „Organisationsschmerzen“?

Es geht beim Kongress von wissen zu wirken, der von 28. April bis 1. Mai 2027 in Würzburg stattfinden wird, um nicht weniger als um die Zukunft des Systemischen in Beratung, Coaching und Führung – ein Projekt von Trenkle Organisation, der Carl-Auer Akademie im Carl-Auer Verlag und Trigon Entwicklungsberatung, in Kooperation mit Simon Weber Friends, osb International Systemic Consulting und der Hypnosystemischen Gesellschaft.
Es gibt zwei ganztägige Vorkongresse unter den Leitthemen „100 Jahre Luhmann“ und „Von der Zukunft her führen“.
Alle Informationen und Anmeldung unter www.systemische-zukunft.debis zum 30. November 2026 zum Early-Bird-Preis.
Alle Gespräche im Sounds of Science Special Systemische Zukunft finden sich im Carl-Auer Magazin unter Systemische Zukunft.