Genau Geschaut

„Genau Geschaut” – Gesichter, Gesten und Gefühle in Gesellschaft und Politik.

In diesem Podcast tauchen wir ein in die Welt von Kommunikation und Gesellschaft – und zeigen, was Körpersprache, mediale Inszenierungen und Schlagzeilen verraten können. Entdecke mit uns den Blick auf das, was wie nebenbei geschieht, aber zählt. Spannend und aktuell.

#83 Freude beginnt, wo Ohnmacht endet!

Ob in Serbien, beim Sommermärchen 2006 oder beim schelmischen Erlkönig-Auftritt von Felix Banaszak im Bundestag: Freude entsteht, wenn Menschen sich frei und selbstwirksam erleben.

Sie verbindet, überwindet Resignation und öffnet Zukunft – ohne dass wir schon wissen, wie sie aussieht.
Doch warum tun wir Deutschen uns mit unbeschwerter öffentlicher Freude so schwer?

Matthias und ich fragen: Braucht unsere Demokratie nicht AUCH viel mehr Freude statt primär Angst und Skepsis?

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#83 Freude beginnt, wo Ohnmacht endet!

Ob in Serbien, beim Sommermärchen 2006 oder beim schelmischen Erlkönig-Auftritt von Felix Banaszak im Bundestag: Freude entsteht, wenn Menschen sich frei und selbstwirksam erleben. Sie verbindet, überwindet Resignation und öffnet Zukunft – ohne dass wir schon wissen, wie sie aussieht.Doch warum tun wir Deutschen uns mit unbeschwerter öffentlicher Freude so schwer? Matthias und ich fragen: Braucht unsere Demokratie nicht AUCH viel mehr Freude statt primär Angst und Skepsis? LiteraturhinweisSol...

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#82 Scheitern aushalten, Demokratie wagen

Demokratie ist eine Zumutung – wenn die Brandmauer mitten durch die Familie verläuft, in Berlin über Enteignung gestritten wird oder die AfD im Magdeburger Landtag parlamentarische Kommunikation mitbestimmt. Wir wollen Wähler erreichen, Meinungen verändern, etwas bewirken – aber wer bestimmt eigentlich unsere Aufmerksamkeit und Empörung? Wie offen sind wir selbst, wenn wir längst wissen, wer recht hat? Wir werfen kommunikativ Steine ins Wasser – doch entsteht daraus mehr als ein kurzer Aufruhr?...

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#81 Wer bezahlt die Wahrheit?

Sebastian Esser beschäftigt eine Frage seit Jahren: Wie kann Journalismus unabhängig bleiben – von Werbung, Verlagen, Plattformen und ihren Interessen?Er gründete Krautreporter mit und später Steady, eine Plattform, über die sich Medien, Newsletter und Podcasts direkt durch ihre Community finanzieren können. Für seine Arbeit erhielt er unter anderem 2013 einen Sonderpreis bei „Journalisten des Jahres“; Krautreporter wurde 2019 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.Mich interessiert an ihm v...

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#80 Wann aus Ausnahme Normalität wird

Mit der Wahl von Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten ist etwas erschreckend real und institutionell sichtbar geworden.Mich interessiert dabei meine eigene Rolle: als Beobachter, Experte und Bürger – also als jemand, der unterscheiden will und zugleich nicht neutral bleibt.Wie verändert sich demokratischer Alltag, wenn rechtsextreme Kräfte institutionell selbstverständlich werden? Was zeigt mir mein Affekt, und wann wird Beobachtung zur Passivität? Der 4. Oktober 1990 bildet dazu einen Kontrast...

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#79 Zorn braucht ein Gegenüber. Hass nicht.

Wenn die vertraute Welt verschwindet, kann Abgrenzung Zugehörigkeit schaffen – und der Feind psychologisch erträglicher werden als die eigene Ohnmacht.Aus Ärger über eine Handlung wird dann schnell ein Identitätskonflikt: Nicht mehr was du tust, sondern wer du bist, wird zum Problem. Moralisierung und soziale Trennung können daraus ein Feindbild machen, das sich schließlich selbst bestätigt.Doch was geschieht, wenn wir dem vermeintlichen Gegner tatsächlich begegnen – in der Nachbarschaft, im Dor...

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#78 Kenne ich meine Welt morgen noch wieder?

Ein kleiner Unfall in Südtirol, kein Schaden – und plötzlich geht es um Sprache, Herkunft, Macht und Zugehörigkeit. Die Mikroszene zeigt: Vorne streiten wir über die Sache, hinten schützen wir Identität, Anerkennung und das Gefühl, die eigene Welt noch gestalten zu können. Genau diese Spannung finden wir auch im Großen: zwischen Globalisierung, Demokratie und Selbstgestaltung. Doch alle drei gleichzeitig zu maximieren, funktioniert nicht. Jeder muss Federn lassen – und genau das tut weh. Wie kan...

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#77 Der kleine Karl und der Manager

Karl Krämer war erfolgreicher Manager und Unternehmensgründer – und kennt die Härten dieser Rolle. Erst später begann er über sein Berufsleben und den „kleinen Karl“ zu schreiben, der ihm heute einen anderen Blick auf den Manager von damals eröffnet. Er erzählt von Kündigungen, von Distanz, Scham und Momenten, in denen berufliche Pflicht und menschliches Empfinden aufeinanderprallen. Der kleine Karl ist für ihn keine Methode, sondern eine Perspektive auf das, was im Funktionieren leicht verloren...

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#76 Freiheit braucht Widerspruch

Demokratie lebt nicht von Ankündigungen, sondern vom Handeln.Sie braucht Freiheit, Widerspruch und die harte Auseinandersetzung in der Sache.Kurt Schumacher wusste: Opposition heißt nicht nur Nein sagen, sondern Verantwortung übernehmen.Was davon gilt heute noch?Und wo verlassen wir uns zu oft auf große Worte?Ein Blick zurück, der erstaunlich gegenwärtig klingt. LiteraturhinweisSollmann, U. (2026): Genau geschaut. Heidelberg (Carl-Auer).Sollmann, U. (2016): Einführung in Körpersprache und nonve...

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#75 Den Gegner nicht zum Regisseur machen

Politische Sorge kann berechtigt sein – und trotzdem unsere Aufmerksamkeit so sehr binden, dass der Gegner unmerklich unseren inneren Takt bestimmt. Gegenmilieus geben Orientierung und Zugehörigkeit, können aber auch Gewissheiten verstärken und andere, eigene Schutzbedürfnisse verdecken. Wie bleiben wir engagiert, ohne uns vom Konflikt vereinnahmen zu lassen? Vielleicht indem wir dem eigenen Widerspruch Raum geben, nicht auf jede Erregung reagieren und uns gelegentlich beim eigenen Rechthaben üb...

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#74 Unbekannt? Egal. Hauptsache der Kick.

Baller Liquid, Bitcoin, KI-Inhalte, AfD-Politik – vier völlig verschiedene Welten, verbunden durch dieselbe Dynamik.Der Kick liegt mal in der Ungewissheit, mal im Gewinn, mal in der Plausibilität, mal in der Lautstärke.Was zählt, ist weniger das Verstehen als die unmittelbare Wirkung.Je leichter etwas verfügbar ist, desto harmloser wirkt es – selbst wenn wir kaum wissen, was dahintersteckt.Gefährlich wird Nichtwissen dort, wo Vertrauen nicht mehr auf Erfahrung, Institutionen oder Prüfung beruht,...

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#73 Je härter, desto freundlicher – Die politische Kommunikation von Ulrich Siegmund

Je härter der Angriff, desto freundlicher sein Lächeln – das ist die Grundformel von Ulrich Siegmund. Er tritt auf wie ein Stand-up-Comedian, wie eine Rampensau: die Bühne ist ins Publikum verlängert. Sein Lächeln ist der entwaffnende Pointen-Ersatz – er weckt Erwartung, liefert aber nie. Inhaltlich antwortet er kaum, er wechselt auf die Beziehungsebene und macht aus Kritikern Störer im eigenen Programm. So bleibt er konstant: gleiches Lächeln, gleiche Bildkontrolle, kein Gegenangriff, nur Abf...

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#72 Wer Ängste ignoriert, verliert

Taylor Swift, ein Workshop in China und die politische Lage in Deutschland haben mehr gemeinsam, als es zunächst scheint: Überall zeigt sich, wie schnell sich vorhandene Impulse kollektiv verstärken können. Entscheidend ist das Zusammenspiel von äußerer Struktur und innerer Erregungsdynamik.Politik konzentriert sich oft auf Regeln, Interessen und darauf, was richtig ist. Dabei gerät leicht aus dem Blick, was Menschen emotional und sozial tatsächlich bewegt – und genau dort entscheidet sich polit...

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#71 Zwischen den (politischen) Welten

Was geschieht, wenn wir vertraute Zusammenhänge verlassen – auf einer Reise nach China, beim Wechsel in einen Konzern, in einer Ehe oder in der Politik? Dann brauchen wir ein kalibrierbares Zoomobjektiv mit Rückspiegel: für den Kontext und für den Blick auf uns selbst. Fremdheit entsteht in Beziehungen und im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Mikrokulturen. Dieser Zwischenraum lässt sich nicht mit einer einzigen Strategie beherrschen; wir müssen navigieren, übersetzen, verhandeln und den Kurs...

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#70 Apokalypse als Grundrauschen

Krisen verschmelzen zu einer dauerhaften Alarmkulisse. Brände, politische Instabilität und Gewalt bleiben nicht draußen, sondern dringen (unmerklich) in den eigenen gefühlten Lebensraum ein. Das Außergewöhnliche wird alltäglich, die Wahrnehmung beginnt mitzuschwingen. Mehr Wissen schafft dabei nicht automatisch innere Sicherheit. Vielleicht liegt die Antwort weniger in neuer Erkenntnis als in der Begegnung mit Menschen, die dieses Grundrauschen ebenfalls kennen. Und in der Frage, wie frei wir un...

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#69 Kurz entlastet, langfristig verhärtet

Was verbindet die Gewalt nach einem verlorenen Endspiel, aggressives Hupen, den bohrenden Blick an der Supermarktkasse und den tödlichen Zugriff auf George Floyd? Immer kippt innere Spannung in ein „Weg da“: Der andere soll verschwinden, damit der eigene Affekt nachlässt. Die Mannschaft hat dann nicht nur verloren, sondern sich verloren; der Autofahrer sitzt im eigenen Affekt fest, und an der Kasse wird Attacke zum misslungenen Kontaktversuch. Diese Affektdynamik bleibt nicht privat: Empörung, S...

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#68 Politik übersetzen, nicht exportieren

Was hat das ironische Lächeln von Friedrich Merz mit China, der AfD und einer Mutter zu tun, die von Reformen betroffen ist? Mehr, als man denkt. Politik scheitert oft nicht an fehlenden Konzepten, sondern daran, dass sie den Blick des anderen nicht ernst nimmt. Wer Politik übersetzen will, muss verhandeln: Was sieht der andere in mir, was ich selbst nicht sehe? An Grenzen geht es um Würde, Kränkung, Gesicht, blinde Flecken und Beziehungssicherheit. Dieser Podcast fragt, warum Politik weniger ex...

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