engl. poverty, franz., la pouvreté, ital. povertà, von lat. paupertātis = »Armut«, aber auch angustiārum = »Enge, Engpass, kurze Zeit, Schwierigkeit, Verlegenheit, Bedrängnis, Mangel, Armut, Not, Pein, Qual«, egestātis = »Bedürfnislosigkeit, Armut, Mangel, Not«; Armut wird häufig als Gegenbegriff zu Reichtum verstanden. Doch (nicht nur) aus systemtheoretischer Sicht ist dies zu linear gedacht. Es kommen dabei (mindestens) vier Prozessebenen zum Tragen: die somatische, die psychische, die interpersonale und die gesellschaftlich-kulturelle (→ Kultur) (Kriz 2017, S. 29). Und so lässt sich auch Armut als ein mehrdimensionales Geschehen beschreiben. Sie äußert sich somatisch und psychisch etwa in Form einer größeren Vulnerabilität für Erkrankungen (z. B. Lampert et al. 2005; Lampert 2011) und erweist sich als ein Phänomen mit gesellschaftlicher Breitenwirkung und spezifischen kommunikativen Problemsystemen (Ludewig 2005, S. 89). In diesem Zusammenhang lässt sich nach Luhmann Armut